1,7 Mio. t/a

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Die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung als zentraler Baustein zur Erreichung der Klimaschutzziele stellt die Fernwärmewirtschaft vor große Herausforderungen. Neben einer Optimierung der Netzstrukturen ist in einem Großteil der Wärmenetzsysteme eine verstärkte Einbindung CO2-armer Wärmequellen bzw. der Ersatz der noch immer dominierenden fossilen Wärmeerzeugung erforderlich. Eine Option für die kurz- bis mittelfristige Transformation der Wärmeversorgung stellt in diesem Kontext die Nutzung von Abwärme aus industriellen Produktionsprozessen dar.

Im Rahmen des Projektes „EnEff:Wärme: Netzgebundene Nutzung industrieller Abwärme (NENIA)“ hat das ifeu gemeinsam mit den Verbundpartnern GEF Ingenieur AG, indevo GmbH und geomer GmbH erstmals einen bundesweiten, räumlich hochauflösenden Abgleich verfügbarer Abwärmeströme an Standorten des verarbeitenden Gewerbes mit bestehenden und potenziellen zusätzlichen Wärmenetzversorgungsgebieten durchgeführt. Demnach lassen sich im Fernwärmebestand bei aktuellen Betriebstemperaturen (konservatives Szenario) 9,3 TWh/a bzw. 11 TWh (inkl. Hochtemperaturbereich) technisch nutzen. Dieses Potenzial ist, u.a. durch die geringen Distanzen zwischen Abwärmequellen und Wärmesenken, an fast allen Standorten auch wirtschaftlich erschließbar und kann damit einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Fernwärmeerzeugung leisten. Zusätzlich ließen sich technisch mindestens 10,6 TWh/a industrieller Abwärme in neu zu errichtenden Wärmenetzen nutzen, wodurch zusätzliche Treibhausgaseinsparungen von rund 2,3 Mio. t CO2-e realisierbar wären.

Projektseite: NENIA

Sebastian Blömer

M.Sc. Geograph
Tel.: +49 (0)6221 4767 28
E-Mail: sebastian.bloemer@ifeu.de