3900 l

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3900 l ist die Menge Wasser, die benötigt wird, um all die Waren, die wir tagtäglich konsumieren, herzustellen: Nahrungsmittel, Kleidung, Haushaltswaren, Elektroartikel und und und…

Da ein großer Teil dieser Waren aus dem Ausland kommt, fallen 3/4 unseres sogenannten indirekten Wasserverbrauchs jedoch in anderen Ländern an.

Jetzt in der Advents- und Weihnachtszeit wird der Anteil an Wasser, den wir indirekt durch das Plätzchen- und Lebkuchennaschen verbrauchen, wohl steigen – vor allem in Kalifornien. Denn viele dieser weihnachtlichen Süßigkeiten enthalten Mandeln, die eben dort angebaut werden: Kalifornien ist der Hauptproduzent für den hierzulande verzehrten Kern.

Die Wasserversorgung Kaliforniens speist sich im Wesentlichen aus drei Quellen: Schneeschmelze in den Bergen, Stauseen und Grundwasser. In gewöhnlichen Jahren wird aus allen drei Quellen etwa gleich viel Wasser entnommen. Allerdings sind im Anbaugebiet der Mandel die Wasserspeicher an der Grenze der Nutzbarkeit. Es wird mehr Wasser entnommen, als die Speicher nachbilden können. Hauptgrund hierfür ist der gewaltige Durst der Mandeln: Ein einziger Mandelkern benötigt während seines Wachstums über 3 Liter Wasser. Dass der Mandelanbau so intensiv ist, liegt aber auch daran, dass man Plantagen oft regelrecht flutet, anstatt eine wassersparende Tröpfchenbewässerung einzuführen.

Offiziell verbraucht die Landwirtschaft in Kalifornien 80% des verfügbaren Wassers. Im Fokus steht dabei vor allem der Anbau der Mandeln. Durch die extreme Dürre der Jahre 2011 bis 2017 hat sich der Konflikt um den wasserintensiven Mandelanbau jedoch noch verschärft. Im Jahr 2016 fielen die Pegel der Grundwasserreservoirs auf 1/5 des Normalzustands. Dies führte dazu, dass die kalifornische Regierung sogar Sparmaßnahmen anordnete – und das in einem hochindustrialisierten Land. Die menschengemachte Wasserknappheit hat aber auch Auswirkungen auf andere Bereiche.

Um das Wasser, das wir indirekt tagtäglich verbrauchen und um die Folgen dieses Verbrauchs geht es in der Wanderausstellung „Durstige Güter“. Anhand zahlreicher Beispiele erklärt die Ausstellung die Auswirkungen unseres Konsums auf die wertvolle Ressource Wasser.

Auch wenn fast 2/3 der Erdoberfläche aus Wasser besteht, das Gros davon ist das Salzwasser der Ozeane und Meere. Ein Großteil des Süßwassers ist wiederum gebunden in Gletschern, Schnee und Eis. Somit bleibt am Ende nur der winzige Anteil von 0.4% vom Blau unseres Planeten, welches die Basis für das Leben an Land bildet. Diese 0,4% teilen wir Menschen uns mit den Tieren und Pflanzen unserer Erde.

Die Herausforderung in den nächsten Jahren wird also sein, unseren indirekten Wasserverbrauch in Höhe von 3900 l deutlich zu senken.

Durch unseren Konsum nutzen wir Wasser auf der ganzen Welt – dieses Wasser ist jedoch ungleich verteilt. Der Hauptproduzent für die hierzulande verzehrten Mandeln ist Kalifornien. Dort sind die Wasserspeicher jedoch völlig übernutzt – es herrscht Wasserknappheit in einem hochindustrialisierten Land.                                                                                                                                                                                                  © ifeu