Newsletter_Kopfgrafik_201910

Liebe Leserin, lieber Leser,

10.000 Demonstrierende durchqueren am 20. September 2019 die Heidelberger Innenstadt, um für mehr Klimaschutz zu kämpfen.. Ein halbes Jahr nach der internationalen Klimakonferenz und den Climate Neighbourhoods, die Heidelberg ausgerichtet und mit ifeu-Unterstützung gestaltet hat, wächst die Ungeduld. Weltweit waren Millionen Menschen auf der Straße, um lautstark und ideenreich wirkungsvolle Maßnahmen einzufordern. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ifeu haben sich der Alle fürs Klima Bewegung angeschlossen und in Heidelberg, Berlin und weiteren Städten mitdemonstriert und Vorträge organisiert.
Mit Veröffentlichung des Klimapakets der Bundesregierung am selben Tag sind jedoch einige Hoffnungen enttäuscht worden: das Paket bleibt auch hinter unseren Erwartungen weit zurück! Das ist das falsche Signal an all diejenigen, die Woche für Woche auf die Straße gehen. Auch für uns, die wir seit über 40 Jahren für die Energie- und Wärmewende, Verkehrswende und Systemwende arbeiten. Einen kleinen Ausschnitt unserer Arbeit für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit finden Sie in diesem Newsletter. Viel Spaß bei der Lektüre!

Martin Pehnt, Lothar Eisenmann und das gesamte ifeu-Energieteam

Innovation von oben – Energiewende auf dem Dach

©Julia_Lempik
Im September startete das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderte Projekt „Neue Mitte Kressbronn - Modularer Holzbau im Quartier“, für das ifeu gemeinsam mit der Hochschule Biberach, dem Fertighaushersteller Baufritz und den freien Architekten Beyer Weitbrecht Stotz + Partner hochwertige, effiziente und industriell vorgefertigte Sanierungsmodule („Energiewendemodule“) zur Aufstockung sanierungsbedürftiger Bestandsgebäude entwickelt.
Als Pilotprojekt wird ein Objekt am Bodensee um Energiewendemodule aufgestockt und gleichzeitig wissenschaftlich untersucht. Die Übertragbarkeit auf weitere ungenutzte Dachflächen in Deutschland steht dabei im Fokus. Ziel ist es, möglichst viele Gebäude energetisch zu sanieren, den Anteil erneuerbarer Energien am Wärmemarkt erheblich zu steigern und dabei eine ansprechende Architektur in den Mittelpunkt zu stellen.

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© GESOBAU AG

Sozialer Klimaschutz in Mietwohnungen

Mietwohnungen sind in aller Munde – sie sind teuer, schwer zu finden und oft in einem schlechten energetischen Zustand. Wie können die dringend erforderlichen Modernisierungen in Mietwohnungen rasch umgesetzt werden, ohne die Mieter zu überlasten? Mit welchen Anreizen wird Klimaschutz für Vermieter attraktiv? Diese Kurzstudie des ifeu im Auftrag des BUND macht konkrete Vorschläge für entsprechende Änderungen in Mietrecht und Förderregime.

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Bits und Bäume

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„Was Bits und Bäume verbindet“ – der Tagungsband zur Konferenz „Bits & Bäume“ ist im Oekom-Verlag München erschienen. Im Artikel „‘Smartes‘ Wohnen – Zum Beitrag vernetzter Haushalte für den Klima- und Ressourcenschutz“, der von Irmela Colaco (BUND), Johanna Pohl (TU Berlin) und Lars-Arvid Brischke (ifeu) verfasst wurde, gehen die Autor*innen auf die Chancen der Digitalisierung im Haushalt für die Energieeinsparung, gleichermaßen aber auch auf Risiken wie Energie- und Ressourcen-Rebound-Effekte ein. Der Artikel ist online als Leseprobe aus dem Buch verfügbar.

Kopernikus p2x – Roadmap

PtX
Power-to-X ist Gegenstand hoher Erwartungen: die Technologie gilt als Hoffnungsträger für ein zukünftiges, nachhaltiges Energiesystem. Gleichzeitig wirft sie jedoch viele Fragen auf: Wie genau können P2X Technologien zu Klimaschutz und Energiewende beitragen? Welche Perspektiven bietet die Technologie, und wie steht es um gesellschaftliche Akzeptanz und Anwendungsfragen? Zum Abschluss der ersten Förderphase des vom BMBF geförderten Projektes Kopernikus Power-to-X wurden zentrale, aus diesen Fragestellungen resultierende Ergebnisse in der zweiten Roadmap „Optionen für ein nachhaltiges Energiesystem mit Power-to-X Technologien“ festgehalten.

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SuPraStadt - Lebensqualität, Teilhabe und Ressourcenschonung durch soziale Diffusion von Suffizienzpraktiken in Stadtquartiere

Suprastadt_Spiegelung 1
Im Forschungsprojekt SuPraStadt, das im Mai 2019 gestartet wurde und vom BMBF gefördert wird, untersuchen fünf Verbundpartner aus drei Forschungsinstituten und zwei Kommunen unter Federführung des ifeu, wie sich Strategien zur sozialen Diffusion von Suffizienzpraktiken auf Lebensqualität, Teilhabe und Ressourcenschonung in Stadtquartieren auswirken. Suffizienzpraktiken im Stadtquartier sind z.B. die gemeinschaftliche Nutzung von Flächen zum Wohnen und zur Freizeitgestaltung, Förderung der Nahmobilität oder selbst erbrachte, gemeinschaftlich organisierte Dienstleistungen im Quartier. Im Mittelpunkt des Vorhabens steht die transdiziplinäre Zusammenarbeit mit drei Reallaboren mit drei unterschiedlichen Leitakteuren: Eine zivilgesellschaftliche Initiative in Heidelberg, die Kommune in Dortmund und ein Unternehmen der Wohnungswirtschaft in Kelsterbach.

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Garzweiler Tagebau

Woher kommt die Fernwärme nach dem Kohleausstieg?

40 % der Fernwärme aus Kohleheizkraftwerken können bereits heute in Bestandsnetzen mit hohen Temperaturen durch Erneuerbare oder Abwärme ersetzt werden – dies ist eines der Ergebnisse einer Kurzstudie, die das ifeu im Auftrag des BMU durchgeführt hat. Ergänzt wurde die darin durchgeführte quantitative Analyse um eine Untersuchung der notwendigen Rahmenbedingungen zur Unterstützung der Transformation mit dem Ziel der vollständigen Dekarbonisierung bis 2050.

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Das ifeu evaluiert Erneuerbare-Wärme-Gesetz

Kessel-Check-Challenge: And The Winner is…

Wo steht der älteste Heizkessel? Wer initiiert die meisten Heizungsberatungen? Diese Fragen standen am Anfang der großen Heizkessel-Check-Challenge, die zwischen der Stadt Schriesheim und dem Heidelberger Stadtteil Ziegelhausen ausgetragen wurde. Ausgerufen wurde der Wettstreit im Rahmen des Projektes „c.HANGE – Das HANdwerk als GEstalter der Wärmewende“, das vom Umweltministerium Baden-Württemberg gefördert und vom ifeu geleitet wird. Sieben Betriebe des Sanitär-Heizung-Klima-Handwerks und die Klimaschutzberatungsagentur Heidelberg (KliBA) führten mit Hilfe eines gemeinsam entwickelten Beratungstools kostenlose Kessel-Checks bei Hauseigentümern durch. Der Check zielte auf den Zustand der Heizung ab und bezog dabei auch den Zustand des Gebäudes sowie zukünftige Sanierungspläne des Eigentümers mit ein.
Doppelter Sieger ist die Stadt Schriesheim: 60 von insgesamt 84 Beratungen wurden in Schriesheim durchgeführt. Mit zwei Kesseln aus dem Jahr 1966 gewann die Stadt Schriesheim auch das Ringen um den ältesten Kessel, wir beglückwünschen! Auf der Projektseite ist mittlerweile der Endbericht veröffentlicht; er enthält unter anderem ein Polikpaket zur Steigerung des Fachkräfteangebots.

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C Bernd Franke_ifeu

Lachgas aus Klärschlammverbrennung: Minderungsmassnahmen erforderlich

Lachgas (N2O) ist rund 300mal so klimaschädlich wie CO2. Hauptquellen für Lachgas sind stickstoffhaltige Düngemittel in der Landwirtschaft, die Tierhaltung sowie Prozesse in der chemischen Industrie. Zukünftig sind jedoch weitere Mengen an Lachgasemissionen zu befürchten, da die Monoverbrennung von Klärschlamm im Wirbelschichtofen die Technik der Wahl ist zur Umsetzung der Klärschlammverordnung 2017. Bei vollständiger Umsetzung der Klärschlammverordnung und der Verbrennung der gesamten Klärschlammmenge Deutschlands würden hierdurch bis zu 800.000 Tonnen CO2‑Äquivalente pro Jahr emittiert. Das ifeu untersucht derzeit in mehreren Projekten mögliche Minderungsmaßnahmen.

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bio power plant with storage of wooden fuel (biomass) against bl

ifeu-Studie zu CO2-Quellen für die PtX-Herstellung in Deutschland erschienen

Im Rahmen des BMBF-Verbundvorhabens „P2X: Erforschung, Validierung und Implementierung von ‘Power-to-X‘ Konzepten“ hat das ifeu eine umfassende Studie verfasst. Darin wird eine ökobilanzielle Bewertung verschiedener CO2-Quellen und CO2-Abscheidungsverfahren für PtX-Verfahren vorgenommen. Darüber hinaus erfolgt eine Analyse des Bedarfs an einer Produktion strombasierter Kraft- und Brennstoffe unter Einbindung von Kohlenstoff in Deutschland sowie dafür langfristig verfügbarer CO2-Punktquellen. Die Studie ist in der Reihe ifeu papers 03/2019 publiziert.

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Wissenschaftliche Begleitung der Nationalen Klimaschutzinitiative

Wiese und Himmel
Seit 2008 begleitet das ifeu die Nationale Klimaschutzinitative des BMU. Ab Sommer 2019 wird das ifeu in Kooperation mit Öko-Institut, Fraunhofer ISI, Prognos, Ecologic, IceTex, Dr. Tews und Dr. Klinksi die NKI für weitere vier Jahre begleiten, evaluieren und weiterentwickeln. Seit der Initiierung der NKI wurden bis Ende 2018 mehr als 28.750 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 905 Millionen Euro durchgeführt. Dadurch konnten eine Treibhausgasminderung von ca. 11 Mio. t CO2-Äquivalente (netto über die Wirkdauer) realisiert und weitere 8,5 Mio. Tonnen angestoßen werden. In den bereits durchgeführten Evaluationen für die Jahre 2008-2011, 2012-2014 sowie 2015-2017 konnte die Wirkung der NKI-Förderungen als Hebel für den Klimaschutz bestätigt werden.

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KURZNEWS

  • UBA-Projekt „Energieverbrauchsreduktion durch Verhaltensänderung“ – zwei Abschlussberichte „Stromverbrauch senken“ und „Flächensparend wohnen“ unter Beteiligung des ifeu veröffentlicht.
  • Unter Mitwirkung des ifeu wurden die Maßnahmen im Rahmen des Effizienzfonds evaluiert. Der Bericht zur Evaluierung und Weiterentwicklung des Energieeffizienzfonds im Auftrag des BMWi ist hier einsehbar.

RÜCKBLICK

Climate Neighbourhood, ifeu
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