eForFuel: Kraftstoffe aus CO2 und Strom

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Das Projekt eForFuel mit Beteiligung des ifeu ist eine von der EU geförderte Forschungs- und Innovationsmaßnahme, im Rahmen derer eine industrielle Biotechnologie-Lösung entwickelt wird, welche Strom und Mikroorganismen nutzt, um CO2 in synthetische Kraftstoffe auf Kohlenwasserstoff-Basis umzuwandeln und so einen nachhaltigen Ersatz für fossile Kraftstoffe zu schaffen.

Das EU-Projekt eForFuel begann im März 2018 mit einer Laufzeit von vier Jahren und einer Förderung von rund vier Millionen Euro. Es wird von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts (MPI) für Molekulare Pflanzenphysiologie in Deutschland geleitet und koordiniert und umfasst immerhin 14 industrielle und akademische Partner aus 9 europäischen und assoziierten Ländern. eForFuel ist ein interdisziplinäres Projekt mit dem Ziel, nachhaltige Alternativen zu fossilen Kraftstoffen anzubieten.

Treibhausgase (insbesondere CO2) aus der Verbrennung fossiler Kraftstoffe sind wesentliche Faktoren für den Klimawandel und eine globale Bedrohung für Gesellschaft und Umwelt. Daher ist es sehr wichtig, fossile Kraftstoffe durch alternative, nachhaltige Quellen zu ersetzen. Bis jetzt stand die Herstellung von „Biokraftstoffen“ in direkter Konkurrenz zur Landwirtschaft und damit zur Produktion von Nahrungsmitteln. Konventionelle „Biokraftstoffen“ können daher fossile Kraftstoffe nicht vollständig ersetzen, ohne die Ernährungssicherheit und die biologische Vielfalt ernsthaft zu gefährden. 

Um dieses Problem zu lösen, bietet eForFuel eine neuartige Lösung zur Nutzung von Ressourcen, die im Wesentlichen unbegrenzt und unabhängig von der Landnutzung sind: CO2, Strom und Wasser.

„Was eForFuel einzigartig macht, ist die nachhaltige Produktionskette, die CO2-Emissionen und erneuerbaren Strom in einfach zu handhabende Ameisensäure umwandelt, die dann mittels gentechnisch veränderter Mikroben zu erneuerbaren Kohlenwasserstoff-Kraftstoffen umgewandelt wird“, sagt Projektkoordinator Arren Bar-Even vom MPI.

Ziel von eForFuel ist es, einen einzigartigen integrierten Elektro-Bioreaktor zu etablieren, der automatisch die CO2-Elektro-Reduktion, die Produktion und Biokonversion von Formiat (Salz der Ameisensäure) in Kohlenwasserstoffe integriert, die als „drop-in“-Kraftstoffe dienen können. Dieses integrierte System wird als Ausgangspunkt für die Umstellung unserer Produktion von Kraftstoffen und kohlenstoffbasierten Chemikalien dienen.

„Wir werden die Prozessentwickler unterstützen, indem wir ihnen kontinuierlich Erkenntnisse aus der Ökobilanz zur Verfügung stellen“, erklärt Nils Rettenmaier vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu), leitender Wissenschaftler im Projekt.

Das ifeu wird einen wichtigen Beitrag zu eForFuel leisten, indem es sich um die integrierte Nachhaltigkeitsbewertung kümmert. In Zusammenarbeit mit anderen Projektpartnern werden die Einflüsse von eForFuel-Produkten auf die wichtigsten Säulen der Nachhaltigkeit bewertet.

 

Updates finden Sie unter www.eforfuel.eu und auf Twitter @eforfuel.

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Mehr Informationen erhalten Sie bei:

Projektkoordinator Arren Bar-Even (MPI)

E-Mail: Bar-Even@mpimp-golm.mpg.de   –   Tel.: +49-(0)331-5678910

oder Nils Rettenmaier (ifeu)

E-Mail: nils.rettenmaier@ifeu.de   –   Tel.: +49-(0)6221-4767-24

eForFuel, das im März 2018 in Berlin gestartet wurde, ist ein vierjähriges Projekt, das durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 der Europäischen Union unter der Finanzhilfevereinbarungs-Nr. 763911 gefördert wird.

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Nils Rettenmaier

Dipl.-Geoökologe
Tel.: +49 (0)6221 4767 24
E-Mail: nils.rettenmaier@ifeu.de