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Energiewendemodule – modulare Aufstockungen voller erneuerbarer Energie

Viele Dächer in Deutschland bergen ein hohes Potenzial an Flächen, die mit Wohnraum aufgestockt werden und somit zur Nachverdichtung beitragen können. Das ifeu hat gemeinsam mit der Bau-Fritz GmbH & Co. KG, der Hochschule Biberach und dem Architekturbüro Beyer Weitbrecht Stotz + Partner innovative Module entwickelt, die zur Aufstockung genutzt werden können.

Mit diesen sogenannten Energiewendemodulen wird nachhaltiger und flächeneffizienter Wohnraum geschaffen. Diese Module sind energieeffizient, basieren auf dem Baustoff Holz und haben zugleich eine voll regenerative Versorgungseinheit für Wärme. Diese Einheit fungiert als Versorgungsherz, das zentral umliegende Räume über eine Wandheizung versorgt und eine flexible Grundrissanordnung ermöglicht.

Drei verschiede Varianten des Energiewendemoduls sorgen für einen breiten Einsatz: Ist ein Energiewendemodul ein „Profiteur“, versorgt das Bestandsgebäude das Modul mit Wärme und Energie. Wird das Energiewendemodul ein „Symbiont“, versorgt das Modul das Bestandsgebäude teilweise mit Strom aus einem hohen Anteil an Photovoltaik. Mit der „autarken Variante“ erfolgt die Versorgung der Energiewendemodule über eine Wärmepumpe unabhängig vom Bestandsgebäude.

„Die Varianten können für verschiedene Gebäudetypen eingesetzt werden und auf unterschiedliche örtliche Gegebenheiten, wie z.B. ein Parkhaus ohne Wärmeversorgung, reagieren. Entweder man verbaut einzelne Energiewendemodule, oder man errichtet einen ganzen Komplex an Modulen, fast wie ein Dorf auf dem Dach. Das macht sie in ihrer Form und Struktur einzigartig.“, sagt Julia Lempik, Wissenschaftlerin am ifeu.

Wie viele Aufstockungen mit Energiewendemodulen auf Gebäuden in Deutschland möglich sind, wird über einer Potenzialanalyse ermittelt. Auf Parkhäusern könnten bis zu 25.000 solcher Module entstehen, auf Bürogebäuden 8.200 und auf geeigneten Mehrfamilienhäusern sogar 100.000. Insgesamt können dadurch 11 Mio. m² Wohnfläche geschaffen werden.

Das Projekt zeigt, wie eine Planung der technischen Versorgung und Konzepte für eine architektonische Umsetzung aussehen können. Welche Schritte für Änderungen an Rechtsvorschriften erforderlich sind um eine Aufstockungsoffensive zu beschleunigen hat das ifeu ebenfalls analysiert.

Eine Besonderheit des Projekts ist die Praxisnähe: Die Energiewendemodule wurden konkret für die Sparkasse Bodensee in Kressbronn entworfen. Die Sparkasse wird damit quasi zu einem Musterhaus. Die Idee eines Versorgungsherzens verfolgt Bau-Fritz GmbH & Co. KG in unterschiedlichen Projekten weiter.

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Projektseite, unserem Flyer sowie dem Endbericht zum Projekt.