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Abfallwirtschaft
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Ökobilanzen in der Abfallwirtschaft / LCA and Waste Management

           

 

 

Methodische Grundlagen

 

Ökobilanzen in der Abfallwirtschaft stellen einen Spezialfall der Ökobilanzmethode nach ISO 14040ff dar. Historisch gewachsen ist die Entwicklung und Verwendung der Ökobilanzmethode in der Abfallwirtschaft durch die Suche nach einem Bewertungsinstrumentarium, mit dessen Hilfe die im Sinne des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (KrW-/AbfG) "besser umweltverträgliche" Art des Umgangs mit Abfällen beurteilt werden kann.

Die grundlegende methodische Entwicklung und Praxiserprobung Ökologischer Bilanzen in der Abfallwirtschaft (pdf-Datei 21KB) wurde vom IFEU im Rahmen eines Forschungsvorhabens im Auftrag des Umweltbundesamtes erarbeitet. Am Fallbeispiel von Altreifen und Haushaltskühlgeräten wurde die Praxiseignung der entwickelten methodischen Herangehensweise geprüft.

Gegenüber der standardisierten Ökobilanzmethode ergeben sich bei Abfallökobilanzen einige Erweiterungen bzw. Verfeinerungen in den Ablaufschritten. Um den Anforderungen des KrW-/AbfG gerecht zu werden, ist z.B. die Anreicherung von Schadstoffen zu berücksichtigen, die üblicherweise nicht im Betrachtungsrahmen von Ökobilanzen liegt.

Weitere Besonderheiten ergeben sich hinsichtlich des zu betrachtenden Lebensweges: Insofern Fragen der Abfallvermeidung von einer Aufgabenstellung unberührt bleiben − also ausschließlich die besser umweltverträgliche Entsorgungsart eines bestimmten Abfalls zu ermitteln ist − wird der Bilanzbeginn mit dem Anfallen des Abfalls gesetzt. Die Herkunft des Abfalls darf unberücksichtigt bleiben, da die Vergleichssysteme mit der Dienstleistung "Entsorgung eines bestimmten Abfalls" den gleichen Primärnutzen erfüllen. Des Weiteren ergibt sich u.U. auch am Ende des Lebensweges eine Abweichung von der klassischen Produkt-Ökobilanz. Anstelle der Systembetrachtung bis zur endgültigen Beseitigung, kann am Ende des Lebensweges eines Abfalls – ganz im Sinne des Kreislaufwirtschaftsgedankens – ein "neues" Produkt stehen. Von einer Betrachtung des weiteren Lebensweges kann abgesehen werden, insofern auch hier auf Nutzengleichheit geachtet wird und der aus dem erzeugten Sekundärprodukt entstandene Nutzen gegenüber den Vergleichssystemen, die diesen nicht erbringen, angerechnet wird.

 
 
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Vollständige und vereinfachte öko-bilanzielle Betrach-tung

 

Die Methode der Abfallökobilanz in Fragestellungen der Abfallwirtschaft wurde mittlerweile in einer Vielzahl von Projekten am IFEU erfolgreich angewandt. Mit diesen erfolgten auch neue Erkenntnisse und Weiterentwicklungen der Methode für teils sehr unterschiedliche Aufgabestellungen.

Vollständige Ökobilanzierung

Zur Beantwortung von Grundsatzfragen der Forschung oder wesentlichen Fragestellungen aus Sicht der Gesetzgebung und der Politik, sollten bei der Ökobilanzierung alle erfassbaren Umweltwirkungen berücksichtigt und bewertet werden. Solche umfassenden Untersuchungen wurden z.B. für die Verwertung von biogenen Abfällen in einem von der Deutschen Bundesumweltstiftung geförderten Forschungsvorhaben durchgeführt. Auch bei am IFEU durchgeführten Verpackungsökobilanzen handelt es sich vielfach um umfassende Ökobilanzierungen. Die Umweltproblematik der Entsorgung von Klärschlamm wurde ebenfalls durch umfassende Ökobilanzierungen untersucht, insbesondere im Rahmen von Projekten für die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Vereinfachte Ökobilanzierung

In anderen Zusammenhängen ist die Ermittlung orientierender repräsentativer Erkenntnisse Ziel führend. Insbesondere für Einzelfirmen oder für Einzelfallentscheidungen im behördlichen Vollzug ist eine vereinfachte ökobilanzielle Untersuchung vorzuziehen, da praktikabler und dem Gebot der Verhältnismäßigkeit gehorchend. Eine entsprechende Anpassung der Ökobilanzmethode wurde vom IFEU im Rahmen der Arbeit "Bewertung von Entsorgungsoptionen" für die Baden-Württembergische Abfallberatungsagentur ABAG (2002) entwickelt. Danach erwies sich der Kumulierte Energieaufwand (KEA) als geeigneter Leitparameter ergänzt durch sachspezifische Kontrollfragen, wodurch die nicht durch den KEA abgedeckten Umweltwirkungen berücksichtigt werden können.

Die Möglichkeiten der umfassenden und vereinfachten ökobilanziellen Betrachtung sind nicht auf Ökobilanzen in der Abfallwirtschaft beschränkt, sie lassen sich allgemein im Bereich der Ökobilanzmethode einsetzen. Weitere Instrumente für ökobilanzielle Untersuchungen sind mit Ökoprofilen sowie der Ökoeffizienzanalyse gegeben.

Ebenfalls im Zusammenhang mit Vereinfachungen ökobilanzieller Untersuchungen wurden am IFEU im Rahmen von Projekten Tools für orientierende Ergebnisse entwickelt. Beispielsweise im Auftrag eines europäischen Verpackungsherstellers ein Screening Tool zur ökologischen Verpackungsbewertung (2003), des Weiteren in einem Projekt zu Ökobilanziellen Anforderungen an die Co-Fermentation von biogenen Abfällen in Faulbehältern im Auftrag des Umweltministeriums NRW ein Tool für Kläranlagenbetreiber und Behörden zur Ermittlung der grundsätzlichen ökologischen Eignung bestimmter organischer Abfälle für die Co-Fermentation (2001).

Weitere Projekte zum Themenbereich Ökobilanzen der Abfallwirtschaft finden Sie in der Referenzliste Ökobilanzen.

 
 
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Ansprechpartner

 

Horst Fehrenbach (06221/ 4767-16; horst.fehrenbach@ifeu.de)
Jürgen Giegrich (06221 / 4767-21; juergen.giegrich@ifeu.de)
Florian Knappe (06221 / 4767-26; florian.knappe@ifeu.de)
Regine Vogt (06221 / 4767-22; regine.vogt@ifeu.de)

 
 

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 Druckversion  Link zu dieser Seite versenden Letzte Änderung: 16. 02. 2011