Klimabilanz von Mineral- und Leitungswasser

Die Abbildung zeigt, wie viel Klimagase bei der Bereitstellung von Wasser entstehen. Die linke Seite der Grafik stellt die Ergebnisse für Mineralwasser dar. Hier ist die Verpackung immer Hauptverursacher der Umweltwirkungen. Besonders kleinere Gebinde sorgen für mehr CO2-Äquivalente, weil pro 1000 Litern abgefülltes Wasser mehr Material- und Energieeinsatz notwendig ist.

Auf der rechten Seite der Grafik sind die Ergebnisse für Leitungswasser ersichtlich. Bei der Sprudelmaschine unterscheiden wir zwischen stärkerer (Classic) und schwächerer (Medium) Besprudelung. Neben den Umweltwirkungen, die die Herstellung der Sprudelmaschine hat, werden dabei auch diejenigen für die Aufbereitung von CO2 und die Befüllung der Kartuschen berücksichtigt. Dabei erzielt die Medium-Variante die niedrigeren Lasten, weil eine Kartusche mehr Wasser mit Kohlensäure versetzt. Auch die Aufwendungen für den Betrieb des Rohrleitungsnetzes sind dabei berücksichtigt.

Im Handel abgepackt verkauftes Mineralwasser wird, falls es sich nicht um ein stilles Wasser handelt, direkt beim Abfüller mit Kohlensäure versetzt. Mit der Sprudelmaschine kann der Endverbraucher Leitungswasser selbst mit Kohlensäure versetzen.

Mineralwasser wird zumeist dem sogenannten Tiefenwasser entnommen. Dies sind Wasservorkommen, die noch unter dem Grundwasser liegen. Es muss von natürlicher Reinheit sein und hat daher auch einen natürlichen Gehalt an Mineralien. Zudem muss es am Quellort abgefüllt werden. Leitungswasser wird zumeist aus dem Grund- und/oder Oberflächenwasser wie Seen, Talsperren sowie Uferfiltrat[1] gewonnen. Es muss in der Regel aufbereitet werden, bevor es zum Konsum geeignet ist. Für beide Wasserarten gibt es spezifische rechtliche Anforderungen[2], die bestimmte Qualitätsanforderungen und einen unbedenklichen Verzehr durch den Verbraucher sicherstellen sollen.

[1] Bezeichnung für Grundwasser, das aus Brunnen in unmittelbarer Nähe von Flüssen oder Seen gewonnen wird. Es wird durch Versickerung von Oberflächenwasser aus dem natürlichen Gewässerbett in den Untergrund gebildet.

[2] Mineralwasser: Mineral- und Tafelwasser-Verordnung; Leitungswasser: Trinkwasserverordnung

Der Einfluss von Transportwegen auf die Ökobilanz von verpacktem Wasser

Als Konsument steht einem eine große Auswahl unterschiedlich verpackter Wassersorten zur Verfügung. Welches ist die umweltfreundlichste Variante? Welches Produkt soll ich bevorzugt kaufen, um meine persönliche Klimabilanz zu verbessern? Und was ist, wenn ich nur das italienische Wasser mag?

Für die Ökobilanz der Getränke sind mehrere Faktoren relevant, die eine detaillierte Betrachtung ermöglichen:

  • Ist das Wasser in Mehrwegflaschen (Glas oder PET) abgefüllt?
  • Woher kommt das Wasser (Clusteranalyse: 50 km, 500 km, 1000 km Entfernung)?
  • Wie sind die Flaschen verpackt (Kasten, Plastikfolie)?

Folgende Faktoren unterscheiden sich nach der Verpackungsart:

Faktoren für Mehrwegflasche

  • Wie oft kommt sie in Umlauf?
  • Wie energieeffizient ist die Flaschenwäsche?

Faktoren für Einwegflasche

  • Welches Gewicht hat sie?
  • Wie viel Rezyklat enthält sie?
  • Wie ist ihre Recyclingquote?