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Belastung des Klimas durch den deutschen Strommix rückläufig

Belastung des Klimas durch den deutschen Strommix rückläufig

ifeu berechnet jährlich die Umweltlasten des deutschen und europäischen Stromverbrauchs 

Die Klimawirkung des deutschen Strommixes ist im Jahr 2024 deutlich gesunken. Das zeigen aktuelle Berechnungen des ifeu Heidelberg auf Basis neu veröffentlichter Stromerzeugungsdaten von Eurostat. Demnach verursachte der deutsche Erzeugungsmix 2024 im Durchschnitt 425 Gramm CO₂-Äquivalente pro Kilowattstunde (g CO₂e/kWh). Im Jahr 2023 hatte der Wert noch bei 456 g CO₂e/kWh gelegen. Durch den Import von vergleichsweise CO₂-armem Strom aus Nachbarländern reduzierte sich die Klimawirkung des tatsächlich in Deutschland verbrauchten Stroms im Jahr 2024 weiter auf 383 g CO₂e/kWh.

Für 2025 liegen bislang nur vorläufige statistische Daten vor. Auf dieser Grundlage ergibt sich für den Erzeugungsmix eine Klimawirkung von 416 g CO₂e/kWh – die Verbesserungen fallen damit moderater aus. In allen Angaben sind die durchschnittlichen Verluste bei der Stromverteilung im Netz bereits berücksichtigt.

Grundlage der Berechnungen ist das institutseigene Elektrizitätsmodell ELMO. Darin werden jährlich die aktuellen statistischen Daten zur Stromerzeugung mit detaillierten Ökobilanzdaten verknüpft. Berücksichtigt sind fossile Energieträger wie Braun- und Steinkohle, Erdgas und Mineralöl ebenso wie Müllverbrennung, Biomasse und Biogas sowie erneuerbare Energien aus Windkraft, Photovoltaik und Wasserkraft und die Kernenergie.

Entscheidend für die Klimabilanz ist vor allem die Zusammensetzung des Strommixes. Zusätzlich fließen jedoch auch Umweltwirkungen aus der Bereitstellung der Brennstoffe ein – etwa Methanemissionen bei der Förderung von Erdgas oder aus der Biogaserzeugung oder -verbrennung. Obwohl die erneuerbaren Stromquellen einen deutlich niedrigeren Klimafußabdruck haben, sind mit ihnen dennoch Umweltlasten verbunden, beispielsweise durch den Anbau von Energiepflanzen oder die Herstellung von Windkraft- und Photovoltaikanlagen.

Durch die jährliche Aktualisierung von mehr als 70 technischen Parametern stellt das ifeu sicher, dass die Berechnungen die realen Entwicklungen möglichst genau abbilden. Neben der Klimawirkung ermittelt ELMO auch weitere Umweltwirkungen, darunter Versauerung, Überdüngung, Sommersmogbildung, Feinstaubemissionen sowie den Verbrauch von Metallen und anderen Rohstoffen. Die Ergebnisse werden jedes Jahr im März für alle EU-Mitgliedstaaten veröffentlicht; im September folgen auf Basis globaler Daten weitere Länder und Regionen. Emissionsfaktoren sind zudem differenziert nach den Scopes des Greenhouse Gas Protocols verfügbar.

Die vollständigen Ergebnisse und weitergehende Analysen für alle europäischen Länder sind über das Projektteam erhältlich.

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