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Gebäudemodernisierungsgesetz als Chance
Wärmeerzeugung und Effizienz gemeinsam denken – Für Wachstum, Jobs und Akzeptanz
Die Ankündigung des Koalitionsausschusses, im kommenden Jahr das bisherige Gebäudeenergiegesetz durch ein „Gebäudemodernisierungsgesetz“ abzulösen, bietet aus Sicht von Branchenexperten eine Chance für eine besser verzahnte Politik, die klimaneutrale Wärmeerzeugung, effiziente Gebäudetechnik und baulichen Wärmeschutz gemeinsam adressiert.
Ein Zusammenwirken von Effizienzmaßnahmen und Energieträgerwechsel ist allen drei Projektbeteiligten besonders wichtig, so zum Beispiel Peter Mellwig vom ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung, um absehbare Engpässe im Energiesystem und Risiken für Kosten und Akzeptanz zu minimieren: „Es ergibt gerade in der heutigen Zeit mit all ihren Unsicherheiten einfach Sinn, hier zweigleisig zu fahren. Wir kommen schneller und sicherer ans Ziel und bringen dabei die Gebäude auf Vordermann, die sonst sehr hohe Energiekosten verursacht hätten. Auch Energieversorger und Netzbetreiber zeigen sich zunehmend besorgt, dass sie andernfalls an Grenzen stoßen könnten.“
Ein übergreifender Modernisierungsansatz ist nicht nur energie- und klimapolitisch sinnvoll. Er stärkt die regionale Wirtschaft, schafft und sichert Arbeitsplätze und reduziert Abhängigkeiten von fossilen Energieimporten – mit positiven Effekten für öffentliche Haushalte und soziale Sicherungssysteme. Neue Berechnungen der Prognos AG im Auftrag der DENEFF zeigten, dass energetische Sanierung bereits heute rund 2,5 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts sichert und etwa 600.000 Arbeitsplätze stärkt – vor allem im Handwerk, Baugewerbe und innovativen Mittelstand. Eine schrittweise Erhöhung der Sanierungsrate könnte mittelfristig ein BIP-Plus von bis zu 3,4 Prozent ermöglichen.
Aus Sicht der Experten kommt es nun auf einen stringenten Mix aus gesetzlichen Regelungen, adäquater Förderung und klaren Preissignalen an. Diese Instrumente müssen konsistent aufeinander abgestimmt werden, damit Modernisierungsvorhaben ausgelöst und planbar werden. Kernbausteine dafür sind verlässliche Kontinuität im Heizungsbereich und eine zügige deutsche Umsetzung der bereits 2024 verabschiedeten EU-Gebäuderichtlinie.
Auszug aus der Pressemitteilung der DENEFF, 16.12.2025
Kontakt
Peter Mellwig
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