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Klimaschutzpotenziale der Kreislaufwirtschaft Baden-Württemberg

Welchen Beitrag leisten die Abfall- und Kreislaufwirtschaft und insbesondere die stoffliche Verwertung zur Erreichung der Klimaziele des Landes Baden-Württemberg? Das Forschungsvorhaben „Klimaschutzpotenziale der Kreislaufwirtschaft in Baden-Württemberg“ liefert hierzu erstmals eine systematische und vergleichende Bewertung.

Die im Rahmen des BWplus-Forschungsvorhabens „Klimaschutzpotenziale der Kreislaufwirtschaft Baden-Württemberg“ (KlimKreisBW) erstellte Studie ist bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) veröffentlicht. Sie ordnet die Klimaschutzpotenziale der Abfall- und Kreislaufwirtschaft systematisch in die Sektorziele des Landes Baden-Württemberg ein. Hintergrund ist, dass der Abfallsektor gemäß den internationalen Berichtsvorgaben des Kyoto-Protokolls ausschließlich nicht-energetische Emissionen umfasst. Potenzielle Klimaschutzbeiträge durch stoffliche und energetische Verwertung von Abfällen entfalten sich vor allem in den Sektoren Industrie und Energie. Mit Hilfe der Ökobilanzmethode der Abfallwirtschaft entwickelte das ifeu nun einen Ansatz, diese Effekte rechnerisch darzustellen.

Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der stofflichen Verwertung für den Klimaschutz. Gleichzeitig zeigen sie, dass für eine Klimaneutralität im Energiesektor fossile CO₂-Emissionen aus der Abfallverbrennung künftig vermieden oder ausgeglichen werden müssten.

Die Studie richtet sich insbesondere an Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung auf der Landesebene. Sie liefert eine fundierte Grundlage für die Weiterentwicklung abfall- und kreislaufwirtschaftlicher Strategien und Ziele in Baden-Württemberg. Deutlich wird, dass ambitionierte Ansätze erforderlich sind, um einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Zudem wird der Einfluss der fortschreitenden Defossilisierung auf die Bewertung abfallwirtschaftlicher Maßnahmen aufgezeigt, der bei der Interpretation zukünftiger Bilanzen berücksichtigt werden muss.

Die methodische Weiterentwicklung und ihre erstmalige Anwendung auf Ebene eines Bundeslandes können auch für andere Bundesländer als Vorlage dienen, um Klimaschutzpotenziale der Kreislaufwirtschaft zu quantifizieren und gezielt Maßnahmen zu identifizieren und umzusetzen, um Potenziale möglichst effektiv zu heben.

Weitere Informationen finden sich auf der Projektseite.

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