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Sozialimmobilien wichtiger Faktor zum Klimaschutz: Kölner Klima-Forum diskutiert energetische Zukunft
Prof. Dr. Martin Pehnt, Geschäftsführer vom ifeu Heidelberg, verwies beim 3. Kölner Klima-Forum für Wohlfahrt und Kirche auf die Anforderungen der EU-Gebäuderichtlinie, nach der bis 2033 besonders ineffiziente Nichtwohngebäude modernisiert werden müssen. Eine zielgerichtete Strategie für den Gebäudebestand der Wohlfahrtsträger sei dringend notwendig.
Bei der Veranstaltung in Köln stand das bislang unterschätzte Klimaschutzpotenzial von Sozialimmobilien im Fokus. Einrichtungen wie Kitas, Pflegeheime, Kirchen oder Gemeindezentren könnten durch energetische Sanierungen und eigene Energieerzeugung ihren Energieverbrauch um bis zu 70 Prozent senken – ein Potenzial, das bislang weitgehend ungenutzt bleibt.
Allein die freien Wohlfahrtsverbände betreiben bundesweit über 100.000 Sozialimmobilien und verursachen damit rund 14 Millionen Tonnen CO₂ jährlich. Vor diesem Hintergrund forderten Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Wohlfahrt beim Forum eine klare Strategie und bessere finanzielle Rahmenbedingungen für die energetische Modernisierung.
Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Rita Schwarzelühr-Sutter, bezeichnete den Gebäudesektor als „Sorgenkind“ der Klimapolitik. Auch Eva Maria Welskop-Deffaa, Präsidentin des Deutschen Caritasverbands, betonte die doppelte Wirkung energetischer Sanierungen: Sie leisteten nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern verbesserten auch die Lebensqualität vulnerabler Gruppen – insbesondere angesichts zunehmender Hitzebelastung.
Rund 250 Teilnehmende diskutierten beim Forum, wie Sozialimmobilien als systemrelevante Infrastruktur zu einem zentralen Hebel für eine sozial gerechte Klimapolitik werden können.
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Zur Pressemitteilung (Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e. V.)