Bolzstraße in Heilbronn

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Das Quartier um die Bolzstraße stellt sich neu auf – integrierte ressourceneffiziente Stadtentwicklung im Heilbronner Süden

Circular Economy in der Bauwirtschaft – vom Konzept zur Umsetzung

Laufzeit

März 2019 - März 2022

Gefördert durch

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Partner

Stadtsiedlung Heilbronn GmbH
ISWA Institut für Siedlungswasserbau Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart
Bürogemeinschaft Sippel / Buff Netzwerk für Planung und Kommunikation Stuttgart
Architekturagentur Stuttgart

Projektbeschreibung

In diesem Projekt wird ein Konzept zur Umgestaltung von Stadtquartieren für die Akteure aus dem Bausektor erarbeitet. Dieses soll konkret die Bausteine zur Transformation gemäß dem Leitbild Ressourceneffizienz und Circular Economy benennen. Das Leitbild wird in der Auseinandersetzung mit dem Quartier Bolzstraße im Heilbronner Süden erarbeitet und damit mit einer für die Nachkriegszeit typischen Bebauung und strukturellen Ausgangslage, wie sie in allen deutschen Städten oft vorkommt. Das Forschungsprojekt verspricht zudem Lösungsansätze, die auf die Bedürfnisse der Bewohner solcher Quartiere zugeschnitten sind, da die Strategie zur Transformation des Quartiers und Neubebauung im engen Austausch mit den derzeitigen Bewohnern erfolgt. Sie sollen auch zukünftig in diesem Stadtquartier wohnen und von Anfang an Teil der Kommunikation sein.

 

Circular Economy – Aufbereitung von Umbau-Abfällen zu Rohstoffen

Im Teilvorhaben Circular Economy sind Lösungsstrategien herauszuarbeiten, wie die Abfallmassen, die beim Umbau des Quartiers anfallen, so aufbereitet werden, dass sie als Rohstoffe zur Herstellung von Baustoffen dienen und Materialkreisläufe geschlossen werden können. Die dafür notwendigen Maßnahmen in Aufbereitung und Selektivität des Abbruchs werden herausgearbeitet und so konkret formuliert, dass sie Planungsgrundlage und Baustein für die Erstellung von Leistungsverzeichnissen sind. Die getrennte Bereitstellung und hochwertige Verwertung soll grundsätzlich auch über die aktuell novellierte Gewerbeabfallverordnung geregelt und ermöglicht werden, die bis dato jedoch kaum in der Entsorgungspraxis angekommen ist. Das Teilvorhaben bietet die Chance, die Vorgaben der Verordnung auf ihre Praktikabilität zu prüfen bzw. konkrete Handlungsleitfäden für deren Umsetzung zu entwickeln. Insbesondere um die geforderte Abwägung vorzunehmen, was technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist, fehlen solche Maßgaben. Außerdem fehlen sie für die Dokumentation, den Umfang und die Detaillierung einer Begründung im Falle von Abweichungen in der praktischen Umsetzung.

 

Ressourceneffizienz, Finanzierung und Umsetzung

Das Quartier der Bolzstraße soll schrittweise neu bebaut werden. Im Sinne der Projektziele sollten damit beispielgebende Lösungen verbunden sein, die einen hohen Grad an Ressourceneffizienz aufweisen, aber auch finanzierbar und im Zusammenspiel mit den aktuellen Mietern und potenziellen Bewohnern gewünscht und umsetzbar sind. Im Ergebnis werden die Aspekte und Rahmenbedingungen benannt, die bei der architektonischen und städtebaulichen Planung aus Ressourceneffizienz-Sicht berücksichtigt werden und Eingang in den städtebaulichen Rahmenplan finden müssen. Eine hohe Ressourceneffizienz ergibt sich aus Bausteinen wie einer hohen Flexibilität der Gebäudekonstruktionen gegenüber sich ändernden Nutzeransprüchen, Einsatz von Baustoffen, die auf den Materialkreislauf zurückgreifen und ressourcenschonende Konstruktionen mit einem geringen spezifischen Masseneinsatz und hoher Recyclingfähigkeit.

In diesem Zusammenhang sollen in intensivem Austausch mit den verschiedenen Akteursgruppen aus dem Bausektor die Merkmale und Sachverhalte identifiziert werden, die in Gebäudesteckbriefen oder Materialkatastern enthalten sein müssen, damit sie in Zukunft hilfreich sind und in der täglichen Praxis genutzt werden.

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