Aktualisierte Bewertung von Emissionsminderungspotenzialen zusätzlicher Verkehrsmaßnahmen

Aktualisierung der Emissionsprojektionen des nationalen Luftreinhalteprogrammes

Autor*innen: Christoph Heidt, Michel Allekotte, Udo Lambrecht

Die EU-NEC-Richtlinie (2016/2284) verpflichtet Mitgliedstaaten zur Reduktion der Emissionen von Stickstoffoxiden (NOX), Schwefeloxiden (SOX), flüchtigen organischen Verbindungen ohne
Methan (NMVOC), Ammoniak (NH3) und Feinstaub (PM2.5) ab dem Jahr 2020 sowie 2030. Sie schreibt nationale Luftreinhalteprogramme (NLRP) vor, die mindestens alle vier Jahre zu
aktualisieren sind. Alle zwei Jahre sind dazu aktualisierte Luftschadstoff-Emissionsprojektionen durch die Mitgliedstaaten an die EU zu berichten, zuletzt im März 2025. Das vorliegende Projekt diente der Aktualisierung der Projektionen im Bereich Verkehr und der Überprüfung des von der Bundesregierung im NLRP 2023 entwickelten Maßnahmenpakets Straßenverkehr
(Einführung einer Euro-7-Norm, Ausweitung der Lkw-Maut, Förderung der Elektromobilität). Alle betrachteten Maßnahmen wurden als umgesetzt eingestuft und daher in den Projektionen
im aktualisierten Szenario „mit Maßnahmen“ (WM – with measures) berücksichtigt. Zukünftig sinken die Schadstoffemissionen des Straßenverkehres trotz ansteigender Verkehrsleistungen
(z. B. bei Stickstoffoxiden zwischen 2025 bis 2030 um 39 %), da der Anteil von Elektrofahrzeugen und neuen und emissionsärmeren Verbrennern zunimmt. Die untersuchten Maßnahmen tragen zu dieser Minderung bei, wenn auch in etwas geringerem Maß als noch im NLRP 2023 angenommen. Die zugrundeliegenden Modellierungen stützen sich auf die Modelle TREMOD und HBEFA.