Wer wohnt heute und morgen im Einfamilienhaus?
Eine Sekundäranalyse zu aktuellen Haushaltsstrukturen im EFH-Segment. vhw werkSTADT-Papier Nr. 78
Autor*innen: Patrick Zimmermann, Eva Späte, Duncan Baharona
In Deutschland existieren rund 16 Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser. Die Wohnform erfreut sich unvermindert hoher Beliebtheit. Gleich zeitig gilt der Gebäudetyp als flächen- und res sourcenintensiv und steht aus vielfältigen Per spektiven – ökologisch, sozial und ökonomisch – unter Transformationsdruck. Um sowohl die anhaltende Nachfrage nach Einfamilienhäu sern (EFH) zu bedienen als auch den berechtig ten Transformationsanliegen nachzukommen, wird häufig gefordert, anstelle des Neubaus die Anpassung der EFH-Bestände zu priori sieren und dort flächensparende (suffiziente) Wohnkonstellationen zu entwickeln. Mit den Voraussetzungen für diesen Lösungsansatz beschäftigte sich das vhw-Forschungsprojekt „Einfamilienhaus – Quo Vadis?“.¹ Im genannten Forschungsprojekt wurde zu nächst qualitativ untersucht, wie verschiedene Akteursgruppen, allen voran Kommunalver waltungen mögliche Transformationspfade im EFH-Segment hinsichtlich ihrer Wirkung und Umsetzbarkeit bewerten (Zimmermann et al. 2025). Der hier vorliegende Beitrag ist als Er gänzung zu dieser Untersuchung zu verstehen und befasst sich mit den Menschen, die im EFH leben. Mittels quantitativer Sekundärdatenana lyse geht er der Frage nach, wie EFH-Haushalte sozio-ökonomisch strukturiert sind, und macht auf dieser Grundlage Deutungsvorschläge mit Blick auf die Transformationsfähigkeit im EFH-Segment. Die Ergebnisse bestätigen An nahmen, die in der Fachdebatte bislang ver breitet, aber selten mit Daten hinterlegt wer den. Darüber hinaus werden Zusammenhänge sichtbar, die begründen, warum ein besonderes Augenmerk auf denjenigen Haushalten liegen sollte, die heute oder in absehbarer Zeit allein oder zu zweit im EFH leben. Als Grundlage für die Analyse dienen repräsentative Daten der deutschlandweiten „best4planing“-Befragung aus dem Jahr 2023.