Bioraffinerien

Auf dem Weg zur Bioökonomie gelten Bioraffinerien allgemein als eine nachhaltige Option für die Nutzung von Biomasse. Sie ermöglichen die Herstellung einer großen Vielfalt an stofflichen und energetischen Produkten aus erneuerbaren Rohstoffen.

Bioraffinerien sind jedoch kein neues Konzept – viele der traditionellen Verfahren für die Umwandlung von Biomasse finden seit Langem Anwendung beispielsweise in der Zucker-, Stärke- und Zellstoffindustrie. Für die Wende hin zu einer Bioökonomie werden aller Voraussicht nach fortschrittliche und komplexere Raffinerien benötigt, die die Herstellung von biobasierten Produkten und Energieträgern integrieren.

Unsere Arbeitsschwerpunkte

Raffineriekonzepte

Bioraffineriekonzepte

Das ifeu untersucht seit den 1990er Jahren eine Vielzahl von Bioraffineriekonzepten und ermittelt die Umweltwirkungen von Bioraffinerieprodukten wie Bioenergie (z .B. Biodiesel, Bioethanol und Biogas) und biobasierte Produkte. In den 2010er Jahren lag der Schwerpunkt vor allem auf Lignozellulose-Bioraffinerien und Algen-Bioraffinerien, deren Produkte zumeist mittels Ökobilanzen und Nachhaltigkeitsanalysen untersucht wurden.

Industrieanlage

Lignozellulose Bioraffinerien

In einer Lignozellulose-Bioraffinerie wird Biomasse in Form von einjährigen und mehrjährigen Gräsern, landwirtschaftlichen Reststoffen (z.B. Stroh, Bagasse, Schalen und Hülsen, Maiskolben), Holz und holzartiger Biomasse in eine Reihe von Produkten umgewandelt. ifeu hat einige Projekterfahrung mit Bioraffinerien dieses Typs.

Algenraffinerien

Algenraffinerien

Trotz der enormen Anzahl an bereits bekannten Algenarten und -stämmen sind Algen bisher eine nur wenig genutzte natürliche Rohstoffquelle. Algen gelten derzeit wegen ihrer großen Vielfalt an Inhaltsstoffen jedoch als Hoffnungsträger unter den nachwachsenden Rohstoffen. Das ifeu begleitet Projekte im Bereich Algenkultivierung und –verarbeitung. Da derzeit wichtige Weichen für den Aufbau einer Algenindustrie gestellt werden, ist diese Begleitforschung wichtig, um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten und ungewollte Schäden, z.B. für die Umwelt, von vornherein zu vermeiden.