Landnutzung

Bei der Erzeugung von Biomasse und Nahrungsmitteln kommt der Landnutzung eine Schlüsselrolle zu. Dabei stehen neben der ökologischen Bewertung der üblichen Praxis der Landnutzung nachhaltige Landnutzungskonzepte im Vordergrund, sowie das Thema Landnutzungsänderung. Die Nutzung von Marginalstandorten und die Folgen für die Biodiversität spielen dabei eine zunehmend wichtige Rolle. Diese Aspekte liegen u.a. unseren Biomassepotentialstudien zu Grunde oder unseren Analysen zu lokalen Umweltwirkungen der Biomasse bzw. Nahrungsmittelproduktion.

Unsere Arbeitsschwerpunkte

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Landnutzung und Landnutzungsänderung

Landnutzung bildet für jede Art von Biomasse und Ernährung den Ausgangspunkt für die Produktion. Die dafür benötigte Fläche stellt eine begrenzte Ressource auf diesem Planeten dar. Eine nachhaltige und effiziente Landnutzung ist daher eine Schlüsselfrage und setzt die globale Umsetzung von ökologischen und sozialen Prinzipien voraus. Eine Landnutzungsänderung aufgrund einer zunehmenden Flächeninanspruchnahme kann gravierende Folgen haben: Es kann zu Veränderungen des Kohlenstoffspeichers der Landbedeckung kommen, was zu Emissionen von Treibhausgasen führt (im Kyoto-Jargon zusammengefasst unter dem Kürzel LULUCF). Die Folgen können sich auch im Verlust von Biodiversität, in der Veränderung von Böden, in Einflüssen auf Wasserkörper oder andere Ökosystemleistungen niederschlagen.

Marginalstandort

Marginalstandorte

Die Nutzung von Marginalstandorten für den Anbau von Biomasse steht derzeit im Fokus vieler wissenschaftlicher Analysen. Kernidee des Konzepts ist, dass der Anbau auf Flächen, die für keinerlei agrarische oder sonstige Zwecke genutzt werden, zu vergleichsweise geringen Umweltwirkungen und sozioökonomischen Konsequenzen führt, da Flächenkonkurrenzen vermieden werden können.

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Biomassepotenzialstudien

Für gesellschaftspolitische Entscheidungen und die Festlegungen von Zielen ist es wichtig, die Biomasseverfügbarkeit innerhalb einer geografischen Einheit zu einem bestimmten, meist in der Zukunft gelegenen Zeitpunkt einschätzen zu können. Zu diesem Zweck werden i. d. R. sogenannte Biomassepotenzialstudien erstellt, die mit szenarienbasierten Ansätzen das Biomassepotenzial ermitteln.

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Biodiversität

Die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt gelten als wichtige Grundlagen für das menschliche Wohlergehen. Doch die Biodiversität ist auf vielen Ebenen bedroht, insbesondere durch die Veränderung von Lebensräumen aufgrund von intensiver (land- und forstwirtschaftlicher) Landnutzung und Landnutzungsänderungen. Das ifeu beteiligt sich an der diesbezüglichen methodischen Weiterentwicklung der Ökobilanz und wendet zur Bewertung von lokalen Umweltwirkungen (u. a. auf Biodiversität) die Lebensweg-Umweltverträglichkeitsuntersuchung an.

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Lokale Umweltwirkungen: Lebensweg-UVU (LC-EIA)

Die Lebensweg-Umweltverträglichkeitsuntersuchung (Life Cycle Environmental Impact Assessment, LC-EIA) wurde als Bewertungsmethode für Umweltwirkungen vom ifeu in Zusammenarbeit mit der IUS Weibel & Ness GmbH mit der Absicht entwickelt, die Ergebnisse klassischer Ökobilanzen zu ergänzen und zu erweitern. So können mit der LC-EIA Methode lokale und standortspezifische Umweltwirkungen eines Produktsystems berücksichtigt werden, die in Standard-Ökobilanzen nicht einfließen.

Kontakt:

Horst Fehrenbach

Dipl.-Biologe
Tel.: +49 (0)6221 4767 16
E-Mail: horst.fehrenbach@ifeu.de

Nils Rettenmaier

Dipl.-Geoökologe
Tel.: +49 (0)6221 4767 24
E-Mail: nils.rettenmaier@ifeu.de