CO₂-Opportunitätskosten von Biokraftstoffen in Deutschland.

Autor*innen: Horst Fehrenbach, Silvana Bürck

Diese Studie berechnet erstmals die sogenannten CO₂-Opportunitätskosten für in Deutschland eingesetzte Biokraftstoffe. Die Einsparung an Treibhausgasemissionen durch den Einsatz von Anbau-Biokraftstoffen anstelle von fossilen Kraftstoffen betrug in 2020 nach amtlichen Angaben 9,2 Mio. t CO₂-Äq.. Würde man auf diese Einsparung verzichten und stattdessen auf den für Biokraftstoffe belegten Flächen natürliche Vegetation aufwachsen lassen, wäre dadurch eine mittlere jährliche Kohlenstoffbindung von über 16 Mio. t CO₂ möglich. Dies sind die CO₂-Opportunitätskosten der Biokraftstoffproduktion und sie liegen deutlich höher als die Emissionsminderung durch den Ersatz von fossilen Kraftstoffen.

Darüber hinaus zeigt die Studie, dass sich die derzeit durch Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse abgedeckte Fahrleistung auf nur ca. 3 % der Fläche über Solarstrom für Elektroantriebe zur Verfügung stellen lässt. Kombiniert man den Umstieg auf E-Mobilität mit einer Renaturierung der „freiwerdenden“ 97 % der Fläche, sind jährliche Emissionseinsparungen von 27 Mio. t CO₂ möglich. Das ist nahezu das Dreifache der offiziell berichteten gesamten Einsparungen an Treibhausgasemissionen durch Biokraftstoffe.

Des Weiteren wären mit einer Renaturierung statt Anbau und Nutzung der Biokraftstoffe weitere ökologische Vorteile verbunden: Erhöhung des Anteils natürlicher Flächen, Schutz der Biodiversität und von Ökosystemleistungen, Verringerung des Eintrags versauernder und eutrophierender Stoffe in Boden, Wasser und Luft.

Jahr

2022

Format

pdf

Publikationstyp

Forschungsbericht

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