Ökologische Auswirkungen der Textilveredelung von zwei ausgewählten Warentypen aus Baumwolle und Viskose

Veröffentlicht im Rahmen des Projekts EnaTex

Autor*innen: Hanna Karg, Sven Gärtner, Guido Reinhardt

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den Jahren 2021 – 2025 geförderte Ver-bundprojekt „Energie und Nachhaltigkeit in der Textilindustrie: Energieeffizienz und Erneuerbare Energien in Partnerschaft für den Klimaschutz“ soll unter anderem die indonesische Textilindustrie auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft unterstützen. Im Rahmen dieses Projekts ist das ifeu für die ökologische Bewertung von aktuellen Prozessen in der indonesischen Textilindustrie und von Maßnahmen zu mehr Nachhaltigkeit zuständig. Darunter fallen u. a. die Optimierung von Prozessen, die Substitution von Technologien sowie der Vergleich von Textilprodukten. Die Fragestellungen, welche in die ökologische Bewertung eingehen, wurden von den Projektpartnern definiert.

Eine dieser Fragestellungen wurde vom Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik der Hochschule Niederrhein formuliert und beschäftigt sich damit, welchen Anteil die einzelnen Prozessschritte entlang der Textilver-edelung an den ökologischen Gesamtauswirkungen der Textilveredelung unter indonesischen Verhältnissen aufweisen. Einer der Hintergründe hierfür ist, dass die Textilveredelung, welche chemische, mechanische und thermische Bearbeitungsprozesse von textilen Flächen vor ihrer Weiterverarbeitung zu textilen Endprodukten umfasst, als besonders umweltbelastend gilt. Hierfür wurden zwei unterschiedliche textile Waren ausgewählt, die aufgrund von Faserart und Konstruktion verschiedene Veredelungsschritte benötigen: ein Gestrick aus Baumwolle und ein Gewebe aus Viskose. Das Erkenntnisinteresse liegt zum einen darin, die Bedeutung der einzelnen Prozessschritte entlang der Textilveredelung zu identifizieren und nicht an einer nachkommastellen-genauen Berechnung der Umweltauswirkungen der einzelnen Prozessschritte individueller, firmenspezifischer Prozessführungen. Zum anderen sollen die Erkenntnisse Optimierungspotenziale durch technologische Innovationen in der Prozessführung oder den Einsatz an Farbstoffen und Chemikalien aufzeigen.

Ziel dieser Untersuchung ist es somit, den Beitrag der einzelnen Prozessschritte in der Textilveredelung zum Gesamtergebnis der ökologischen Fußabdrücke zu ermitteln und Prozesse zu identifizieren, die besonders viel zu der ökologischen Gesamtlast innerhalb der betrachteten Systemgrenze beitragen.