Ökologische Auswirkungen einer Teildeckung des Strombedarfs der indonesischen Textilindustrie durch Strom aus Photovoltaik
Veröffentlicht im Rahmen des Projekts EnaTex
Autor*innen: Maximilian Breyer, Sven Gärtner, Guido Reinhardt
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den Jahren 2021 – 2025 geförderte Ver-bundprojekt „Energie und Nachhaltigkeit in der Textilindustrie: Energieeffizienz und Erneuerbare Energien in Partnerschaft für den Klimaschutz“ soll unter anderem die indonesische Textilindustrie auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft unterstützen. Im Rahmen dieses Projekts ist das ifeu für die ökologische Bewertung von aktuellen Prozessen in der indonesischen Textilindustrie und von Maßnahmen zu mehr Nachhaltigkeit zuständig. Darunter fallen u. a. die Optimierung von Prozessen, die Substitution von Technologien sowie der Vergleich von Textilprodukten. Die Fragestellungen, welche in die ökologische Bewertung eingehen, wurden von den Projektpartnern definiert.
Eine dieser Fragestellungen wurde von der der SUNfarming GmbH formuliert und adressiert die Stromversor-gung indonesischer Textilproduktion und die Möglichkeit eines Wandels hin zu mehr Nachhaltigkeit. Der Hintergrund hierfür ist, dass der Bedarf derzeit durch einen landesspezifischen Strommix gedeckt wird, der zu circa 80 % auf fossilen Energieträgern basiert. Zukünftig könnte ein Teil dieser Strombereitstellung durch erneuerbare Energien abgedeckt werden, unter anderem durch Strom aus Photovoltaik (PV). Es wurde deshalb die Fragestellung aufgeworfen, mit welchen ökologischen Auswirkungen eine Teildeckung des Strombedarfs der indonesischen Textilindustrie durch PV-Strom verbunden ist.
Ziel dieser Untersuchung ist es, die ökologischen Auswirkungen einer Teildeckung des Strombedarfs der indonesischen Textilindustrie durch PV-Strom zu identifizieren. Dafür sollen zwei PV-Konzepte, Aufdach- und Freiflächen-PV, betrachtet werden. Zudem sind Lebenswegabschnitte zu identifizieren, die in besonderer Weise zum Gesamtergebnis beitragen, um erste Anhaltspunkte für eventuell vorhandene Optimierungsmöglichkeiten zu gewinnen. Das Erkenntnisinteresse besteht zudem darin, die ökologischen Auswirkungen auf der Basis eines generischen Systemvergleichs „konventionelle Stromerzeugung versus Stromerzeugung aus Photovoltaik“ ab-zuleiten und nicht bezogen auf bestimmte lokale Verhältnisse und/oder eine projektspezifische Konzeption.
Das Erkenntnisinteresse wurde durch eine überschlägige Bilanzierung abgedeckt, bei der die wesentlichen Einflussfaktoren auf das Gesamtergebnis identifiziert werden können. Hierfür eignet sich als methodischer Rahmen eine so genannte Übersichtsökobilanz in besonderem Maß. Zu deren Durchführung sind eine Reihe an Festlegungen notwendig, von denen in den folgenden Kapiteln die wichtigsten detailliert aufgeführt sind.