Biogene Rohstoffe in Verpackungen
Warum sie nicht automatisch nachhaltiger sind
Autor*innen: Mirjam Busch, Simon Früh, Benedikt Kauertz
Die ifeu/GVM-Studie „Einsatz biobasierter Rohstoffe in Verpackungen im Sinn der Kreislaufwirtschaft sowie des Natur- und Klimaschutzes“ untersucht, inwieweit der künftige Bedarf an Verpackungen in Deutschland aus biobasierten Rohstoffen mit möglichst geringem und ökologisch verträglichem Biomasseeinsatz gedeckt werden kann. Die Studie zeigt, dass trotz eines rückläufigen Verpackungsaufkommens und eines steigenden Anteils an Recyclingmaterialien der Flächen- und Wasserbedarf durch den wachsenden Einsatz biobasierter Kunststoffe zunimmt. Zudem verursacht die Nutzung von Biomasse in Kunststoffen im Vergleich zu Papier höhere Umweltbelastungen.
Daraus leitet die Studie drei zentrale Handlungsempfehlungen ab:
(1) Vorrang für Vermeidung, Wiederverwendung und Recycling vor einer groß flächigen Verwendung biobasierter Kunststoffe,
(2) deutliche Reduktion des Primärholzeinsatzes zugunsten von Altholz und Reststoffen sowie
(3) ein gezielter, aber verantwortlicher Einsatz von Power-to-X-Kunststoffen als Ergänzung, um ökologische Zielkonflikte zu verringern und die Nachhaltigkeit im Verpackungssektor zu stärken.