Kartierung des Anthropogenen Lagers V - Strategieentwicklung für einen nationalen Urban Mining Prozess (KartAL V)
Gesamtwirtschaftliche Materialflussanalysen und Bestandsveränderungen des anthropogenen Lagers Deutschlands (2010–2020) - Dokumentation
Autor*innen: Anja Kathan, Birte Ewers, Dr. Monika Dittrich
Dieser Zwischenbericht dokumentiert die Arbeiten zum UAP4.1 im Projekt KartAL V (Kartierung des Anthropogenen Lagers V – Strategieentwicklung für einen nationalen Urban Mining Prozess) zur Quantifizierung gesamtwirtschaftlicher Materialflüsse und Bestandsveränderungen im Zeitraum 2010–2020. Die Quantifizierung für die Jahre 2015 und 2020 wurde entsprechend des Top-down-Vorgehens, das im Rahmen des Projekts KartAL I zur Anwendung kam (Schiller et al. 2015), entlang der dort entwickelten zwei Analyseschichten umgesetzt.
Für Analyseschicht 1 wurde zunächst der Nettobestandszuwachs (Net Addition to Stock, NAS) des anthropogenen Lagers, der in KartAL I über den Zeitraum 1960 bis 2010 vorlag, um eine neuerliche Berechnung des Jahres 2010 und bis einschließlich 2020 auf Basis des Materialkontos der Umweltökonomischen Gesamtrechnung (UGR) (2023) ergänzt und neuberechnet. Auf Grund von Änderungen in den Rechenständen von Destatis sind Brüche ab dem Jahr 2010, dem Jahr des letzten Rechenstandes nach Schiller et al. (2015), entstanden. Diese Unterschiede wurden aufgearbeitet und werden in Abstimmung mit dem Auftraggeber hier zusammenfassend beschrieben.
Ziel der Analyseschicht 2 ist es, eine differenziertere Aussage über die in Analyseschicht 1 betrachteten Daten zu treffen. Eine differenzierte Darstellung der Güter bzw. Gütergruppen nach Materialkategorien auf Basis der Produktionsstatistiken, der Außenhandelsstatistiken und der Abfallstatistiken ermöglichen einen tiefergreifenden Blick in die Materialflüsse in und aus dem anthropogenen Lager. Grundsätzlich konnten die Ermittlung und Auswertung der Materialflüsse nach der Methodik in KartAL I vorgenommen werden, allerdings waren bei der Umsetzung zu Analyseschicht 2 Anpassungen der Herangehensweise notwendig, da sich Herausforderungen mit der aktuellen Datenlage insbesondere auf Grund von Datenlücken und (teilweise rückwirkenden) Revidierungen in den Rechenständen der statistischen Grundlagen ergeben haben.