Quo vadis Elektroauto? Update der Klimabilanz
Autor*innen: Kirsten Biemann, Hinrich Helms, Claudia Kämper
Der Pkw-Verkehr ist für mehr als die Hälfte der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich. In diesem Bereich bildet die Einführung batterieelektrischer Antriebe (umgangssprachlich: Elektroautos) ein zentrales Element des Klimaschutzes im Verkehr. Die Bundesregierung unterstützt die Elektromobilität mit verschiedenen Maßnahmen, u.a. dem Aufbau von Ladeinfrastruktur. Voraussetzung für die Akzeptanz und Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist einerseits ein erfolgreicher Markthochlauf und andererseits ein signifikanter und glaubwürdiger Klimavorteil von Elektroautos. Aus diesem Grund erfolgt in diesem Papier eine aktualisierte Bewertung, die zunächst die Bestands- und Segmententwicklung bei (Elektro-)Pkw und ihre technischen Eigenschaften beleuchtet. Denn neben dem Bestand an Elektro-Pkw und Plug-In Hybriden (PHEV) beeinflussen auch die technischen Fahrzeugparameter (z.B. Akkugröße und Energieverbrauch) die Klimaschutzwirkung der Elektromobilität. So unterscheiden sich die Segmente z.T. deutlich in ihrem Energieverbrauch. Darauf aufbauend wird dann die Klimabilanz von Elektro-Pkw und PHEV auf Basis aktueller Daten neu quantifiziert. Prinzipiell ist der (deutliche) Klimavorteil der reinen Elektro-Pkw über ihren gesamten Lebensweg gegenüber konventionellen Verbrenner-Pkw bereits in vielen Studien belegt worden, zuletzt in einer umfassenden Ökobilanzstudie des ifeu für das Umweltbundesamt (Biemann et al. 2024). Aufgrund der sehr dynamischen Entwicklungen im Bereich der Strombereitstellung in Deutschland, Veränderungen bei den Eigenschaften der Elektro-Pkw, wie z. B. deutlich höherer Reichweiten sowie Weiterentwicklungen bei den Akkutechnologien, sind jedoch laufende Aktualisierungen der Klimabilanz notwendig. Mit diesem Papier wird daher eine Klimabilanz unter Berücksichtigung aktuellster Daten (Datenstand 2024) vorgelegt.