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Neue Studie zu E-Fuels und Wasserstoff: Wie die Industrie ihre eigenen Klimaziele erreichen muss

Umfassende Analyse bewertet die Umweltwirkungen von strombasierten erneuerbaren Energieträgern und zeigt Wege zur weiteren Reduzierung von Treibhausgasemissionen auf

Erneuerbare Kraftstoffe aus Wasserstoff und Kohlenwasserstoff (PtGLS: Power-to-Gas, -Liquid, -Solid) gelten als zentrale Bausteine einer klimaneutralen Energieversorgung, speziell für schwer zu elektrifizierende Bereiche wie die internationale Schifffahrt, Luftfahrt und chemische Industrie. Entscheidend für ihre Herstellung sind ausreichende Mengen an zusätzlichem erneuerbarem Strom. Eine neue Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes zeigt nun, welche Umweltauswirkungen entlang verschiedener Herstellungs- und Transportketten von strombasierten erneuerbaren Energieträgern entstehen und welche Maßnahmen erforderlich sind, um die Emissionsbelastungen deutlich zu reduzieren.

Im Rahmen des Projektes NEET (2023-2025) analysierten die Forschenden von ifeu und Germanwatch sowohl die Produktion als auch den Transport und die Umwandlung der strombasierten erneuerbaren Energieträger. Auf dieser Grundlage konnten die wesentlichen Emissions-Hotspots entlang der Wertschöpfungsketten identifiziert und gezielte Minderungsmaßnahmen entwickelt werden. Im Anschluss der verbesserten Prozesse haben die Forschenden nochmals die Umweltwirkungen für Wasserstoff und Derivate berechnet und verglichen.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Treibhausgasemissionen gegenüber fossilen Referenzprodukten durch optimierte Prozesse um bis zu 90 Prozent reduzieren lassen. Dennoch verbleiben auch unter optimalen Bedingungen Restemissionen von etwa 10 bis 20 Prozent. Diese entstehen insbesondere bei der Herstellung von Photovoltaikanlagen, Windkraftanlagen, Elektrolyseuren, Reaktoren, Transportmitteln und weiterer Infrastruktur.

„Unsere Ergebnisse machen deutlich, dass Wasserstoff und E-Fuels zwar erhebliche Beiträge zum Klimaschutz leisten können. Vollständig klimaneutral werden diese Energieträger jedoch erst dann, wenn auch die Industrie, die die erforderlichen Anlagen und Komponenten herstellt, weitgehend ohne fossile Energieträger auskommt“, so Thomas Fröhlich, Projekt- und Fachbereichsleiter Ressourcen am Heidelberger ifeu Institut.

Darüber hinaus zeigt die Studie Handlungsbedarf bei den regulatorischen Rahmenbedingungen auf. So werden erneuerbare Energien in der europäischen Regulierung bislang als klimaneutral bewertet, obwohl auch ihre Bereitstellung mit Emissionen verbunden ist. Zudem konzentrieren sich bestehende Vorgaben vor allem auf Treibhausgase, während weitere Umweltwirkungen bislang nur unzureichend berücksichtigt werden.

Die Ergebnisse unterstreichen: Strombasierte erneuerbare Energieträger können einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leisten. Für eine tatsächlich klimaneutrale Energieversorgung sind jedoch weitere technologische Fortschritte, ambitioniertere politische Rahmenbedingungen und die Defossilisierung der gesamten Industrie erforderlich.

Download Studie „Kriterien für eine nachhaltige Bereitstellung und klimagerechte Integration von strombasierten erneuerbaren Energieträgern“ 

Zur ausführlichen Pressemitteilung 

Zum Projekt NEET https://www.ifeu.de/projekt/neet