Nachrichtenarchiv

Stau auf einer Autobahn.

Verkehrssektor verfehlt Klimaziele

Der Expertenrat für Klimafragen hat in seinem am 13.04.2022 veröffentlichten Prüfbericht bestätigt, dass neben dem Gebäudesektor auch der Verkehrssektor die Klimaziele in Deutschland im Jahr 2021 verfehlt hat. Die Datenerhebung und Berechnung der Treibhausgasemissionen des Verkehrs wurden von ifeu in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt durchgeführt.

SuPraStadt-Abschlussveranstaltung: Suffizienz weiterdenken

Zum Abschluss des ifeu-Forschungsprojekts „SuPraStadt – Lebensqualität, Teilhabe und Ressourcenschonung durch soziale Diffusion von Suffizienzpraktiken in Stadtquartiere“ bringt das ifeu in einer Veranstaltung am 18.5. Stadtentwicklungs- und Bildungsakteur:innen mit Suffizienz-Forscher:innen und -Praktiker:innen zusammen. Wir möchten an drei sich im Wandel befindlichen Orten in Heidelberg zentrale Projektergebnisse vorstellen sowie zum gemeinsamen Weiterdenken und Ausprobieren von Suffizienzpraktiken anregen.

Energiesparen als Schlüssel zur Energiesicherheit – Suffizienz als Strategie

Aktuell überschlagen sich Vorschläge, wie auf den Krieg in der Ukraine energiepolitisch zu reagieren ist. Ein Schlüsselprinzip rückt dabei erst langsam ins öffentliche Bewusstsein: Energiesuffizienz. Das bedeutet, den Bedarf an Energie zu senken. Energiesuffizienz senkt Kosten, reduziert den Bedarf an Zukäufen, macht energiepolitisch unabhängiger und ist klimapolitisch hilfreich. Sie muss jetzt zu einem zentralen Prinzip politischen Handelns werden. Mitarbeiter*innen des ifeus haben mit über 60 Personen aus Wissenschaft und Gesellschaft ein Thesenpapier zum Leitprinzip Energiesuffizienz, initiiert von Dr. Corinna Fischer vom Öko-Institut unterzeichnet.

Oberleitungs-Lkw: Streckenausbau mit Weitblick gestalten

Um die Klimaziele zu erreichen, muss sich der Verkehrssektor deutlich wandeln. Für die Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs ist der Einsatz von Oberleitungs-Lkw (O-Lkw) eine von drei Lösungsoptionen: neben den O-Lkw sieht die Bundesregierung noch batterieelektrische Lkw und solche mit Brennstoffzellenantrieb. Wie der Umbau im Einzelnen umgesetzt werden soll, steht noch nicht fest. Wissenschaftler von Öko-Institut, ifeu-Institut und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) skizzieren konkrete Schritte für den Infrastrukturausbau für O-Lkw.

Kartierung des anthropogenen Lagers IV: Endbericht veröffentlicht

Für den Bausektor fehlen seit Langem fundierte materielle Informationsgrundlagen über Bauwerke und Stadtquartiere - diese liegen entweder nur unzureichend vor, oder aber sie werden nicht fortgeschrieben. Die Erfassung dieser Informationen ist jedoch Voraussetzung für die Optimierung eines Recyclings von Baumaterialien, die in den nächsten Jahren aufgrund der anrollenden Sanierungswelle verstärkt anfallen werden. Das vom Umweltbundesamt geförderte Projekt KartAl IV hat es sich vor diesem Hintergrund zur Aufgabe gemacht, Instrumente zur Dokumentation von Materialflüssen und -beständen im Lebenszyklus von Bauwerken und zum dynamischen Materialhaushalt von Regionen praxisgerecht und harmonisiert weiterzuentwickeln. Der Abschlussbericht liegt nun zum Download vor.

Kommunalen Klimaschutz stärken – aber wie?

Treibhausgasneutralität zu erreichen erfordert enorme Anstrengungen und tiefgreifende Veränderungen in Landkreisen, Städten und Gemeinden. Kommunen könnten einen relevanten Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten: Mit 38 kommunalen Maßnahmen und Zuständigkeiten haben alle Kommunen in Deutschland das Potenzial, gut 100 Mio. t CO₂e zu mindern. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das ifeu mit dem Öko-Institut für das Umweltbundesamt erarbeitet hat. Jedoch stehen Kommunen vor dem Problem, dass sie diese Potenziale nicht systematisch heben können. Der Grund: Klimaschutz ist fast ausschließlich freiwillig, zusätzlich, kosten- und personalintensiv. Kommunen brauchen stärkere Instrumente, um ihre Potenziale erschließen zu können.

Neue Studie des ifeu im Auftrag der DUH: Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse – noch viel schlechter als ihr bereits ramponierter Ruf

Pflanzenbasierte Kraftstoffe sind noch immer die wichtigste Maßnahme, um CO₂-Emissionen im Verkehr zu senken – zumindest nach den offiziellen Zahlen. Dass es so einfach nicht ist, ist jedoch seit langem klar. Der fachliche Disput um die Folgen der Landnutzungsänderung hat die Debatte um Nutzen und Schaden der Biokraftstoffe in den letzten fünfzehn Jahren geprägt. Jetzt eröffnet eine ifeu-Studie im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe DUH einen weiteren Blickwinkel: Wie sähe die Klimabilanz aus, wenn man auf diese Biokraftstoffe verzichtet? Welcher Kohlenstoffspeichereffekt entgeht uns, wenn statt Raps, Zuckerrübe und Palmöl für den Tank die dafür beanspruchte Fläche der Natur zur freien Entfaltung überlassen würde? Der Vorteil liegt nicht auf Seiten der Biokraftstoffe.

Aus Abfall wird grüner Strom

Ist der von Abfallverbrennungsanlagen aus biogenen Anteilen im Abfall erzeugte Strom erneuerbar und somit auf die THG-Minderungsquoten anzurechnen, oder muss Abfall-Biomasse als energetische Basis für die Erzeugung von Wasserstoff oder PtX ausgeschlossen werden? Diese Frage stellte sich die Interessensgemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland, ITAD e.V, und beauftragte das ifeu mit einer nun veröffentlichten Kurzstudie.

Sauber heizen für alle!

ifeu-Geschäftsführer Martin Pehnt erläutert in der Rubrik Standpunkt des Tagesspiegel Background Energie & Klima, wie der Wechsel vom klimaschädlichen Erdgas hin zu klimafreundlichen Wärmepumpen und Wärmenetzen gelingen kann, welche Innovationen dazu nötig sind und was Heizungsbranche und Politik dafür jetzt leisten müssen.