Lebensmittel

LebensmittelUnser Verbrauch an Lebensmitteln hat starke Auswirkungen auf die Umwelt. Lebensmittelbezogene Produktsysteme unterscheiden sich erheblich in ihren Umweltlasten. Ein entscheidender Faktor ist selbstverständlich die landwirtschaftliche Erzeugung, aber auch nachgelagerte Aspekte wie Verarbeitung, Verpackung, Distribution, Zubereitung und Abfallaufkommen können einen großen Einfluss auf die Umweltlasten haben. Das ifeu hat bereits Ökobilanzen bzw. Treibhausgas- und Energiebilanzen für eine Vielzahl von Lebensmitteln erstellt. Wichtige Ergebnisse werden auch für die breite Öffentlichkeit aufbereitet und kommuniziert.

Projekte

Öffentlichkeitsarbeit des ifeu im Bereich Lebensmittel

Insbesondere im Themenbereich Lebensmittel ist es wichtig, dass ifeu-Ergebnisse und ifeu-Knowhow nicht nur Fachpublikum erreichen, sondern auch an die breite Öffentlichkeit kommuniziert werden. Daher wird das ifeu regelmäßig öffentlichkeitswirksam aktiv, z.B. in Form von Messeauftritten, Fernseh- und Radiobeiträgen oder Vorträgen. Dort versucht das ifeu, das Publikum für folgende vier Leitlinien zu sensibilisieren.

  • Leitlinie 1: Fleischarme Ernährung: Die Klimabilanz von Wurst und Fleisch ist um ein mehrfaches schlechter als von frischem Gemüse. Daher sollte der Fleischanteil reduziert werden. Aus Klimasicht ist insbesondere Rindfleisch im Vergleich zu anderen Fleischsorten besonders nachteilig.
  • Leitlinie 2: Regionale und saisonale Produkte: Die Kombination „regional und saisonal“ macht’s: dadurch können u. a. lange Transportwege bzw. energieintensive Gewächshausproduktion und/oder Kühllagerungen vermieden werden.
  • Leitlinie 3: Umweltfreundliches Einkaufsverhalten: Der Einkauf sollte zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigt werden, alternativ mit dem Auto ohne große Umwege. Wer für einen Kleineinkauf mit dem Auto mehrere Kilometer fährt, verschlechtert die Umweltbilanz eines daraus gekochten Menüs deutlich.
  • Leitlinie 4: Abfälle vermeiden: Auch Lebensmittel, die am Ende in der Mülltonne landen, mussten erzeugt, transportiert, verarbeitet, eingekauft und zubereitet werden – und verschlechtern dadurch die Umweltbilanz maßgeblich. Die Einkaufsliste sollte also gut geplant und Essensreste sollten aufgebraucht werden.

Ende November 2015 wurde in Düsseldorf der diesjährige Deutsche Nachhaltigkeitspreis verliehen, u. a. an Unternehmen, Produkte, Städte und Gemeinden. Die Firma Unilever Deutschland GmbH – Preisträgerin im Jahr 2012 – war mit einem Messestand beim 8. Deutschen Nachhaltigkeitstag vertreten, der sich mit dem Thema nachhaltige Ernährung auseinandersetzte.

Das ifeu lieferte im Auftrag der PR-Agentur Edelman GmbH Zahlen und Fakten für diesen Messestand, insbesondere im Hinblick auf die Nachhaltigkeit von Margarine und Butter. Darüber hinaus berechnete das ifeu den Carbon footprint ausgewählter Unilever-Rezepte, die Fett als Zutat enthalten. Beispielsweise wurde ermittelt, wie sich die Treibhausgasbilanz eines Streuselkuchens verändert, wenn Margarine anstelle von Butter verwendet wird. Ergebnis: Je nach Rezept und Palmölanteil in der Margarine können die Treibhausgasemissionen teilweise um die Hälfte reduziert werden.

Die Zutaten und die Zubereitung sowie die Unterschiede in der Klimabilanz der Rezepte können hier in Form von übersichtlichen Rezeptkarten (pdf 3.84 MB) heruntergeladen werden.

In der Reihe „Green Radio – Wissen“ hat Fachbereichsleiter Guido Reinhardt darüber informiert, welche Möglichkeiten im Alltag bestehen, seine eigene Ernährung umweltfreundlicher zu gestalten. Das Weihnachtsfest dient als Beispiel, um konkrete Handlungsoptionen aufzuzeigen.

Der Internetartikel kann hier eingesehen werden. Per Klick auf das Artikelfoto kann außerdem der Podcast zum vollständigen Radiointerview vom 14. Dezember 2015 gestartet werden.

Das ifeu hat die Online-Vorlesung „Nachhaltigkeit in der Ernährung“ der Arbeitsgruppe Nachhaltige Ernährung e.V., München, durch die Bereitstellung von graphisch aufbereiteten Ökobilanzergebnissen unterstützt. Die Vorlesung besteht aus 9 Lerneinheiten und kann kostenlos über YouTube angeschaut werden.

Die Bedeutung von Transporten für die Nachhaltigkeit von Lebensmitteln
G. Reinhardt
20. Sommerakademie „Nachhaltige Landwirtschaft – vom Leitbild zum konkreten Handeln“, Ostritz (pdf 7.16 MB)

Gutes Essen, gutes Leben, gutes Gewissen
G. Reinhardt
Informationstag des Evangelischen Bauernwerks in Württemberg e.V., Waldenburg-Hohebuch (pdf 4.16 MB)

Environmental implications of egg and meat production
M. Müller-Lindenlauf, G. Reinhardt, S. Gärtner, N. Rettenmaier
XIV th European Symposium on the Quality of Eggs and Egg Products, XX th European Symposium on the Quality of Poultry Meat, Leipzig (pdf 1.82 MB)

Klimafreundlichkeit von regionalen Produkten und Bio-Erzeugnissen auf dem Prüfstand
G. Reinhardt
Tagung „Klimafaktor Landwirtschaft – Wege zu einer klimafreundlicheren Ernährung“, Bad Vilbel (pdf 5.23 MB)

CO2-Fußabdruck und Umweltbilanz regionaler Lebensmittel
M. Müller-Lindenlauf
Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg, Essen von hier – Mehrwert für Mensch und Natur, Waldenburg, Bad Urach, Kirchzarten, Mosbach (pdf 1.22 MB)

Ausgewählte Publikationen

Im Folgenden können Sie eine Auswahl an Publikationen des ifeu im Bereich Lebensmittel einsehen.

MEHR LESEN

N. Rettenmaier, S. Gärtner, G. Reinhardt:
Überprüfung von Aussagen zur Nachhaltigkeit von Margarine und Butter für die Unilever-Präsenz beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2015, Heidelberg, 2015.

T. Schmidt, S. Gärtner, N. Rettenmaier, G. Reinhardt:
Berechnung des Carbon footprints ausgewählter Unilever-Rezepte für die Unilever-Präsenz beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2015, Heidelberg, 2015.

M. Müller-Lindenlauf, C. Cornelius, S. Gärtner, G. Reinhardt, N. Rettenmaier, T. Schmidt: Umweltbilanz von Milch und Milcherzeugnissen – Status quo und Ableitung von Optimierungspotenzialen (Environmental Assessment of Milk and Milk Products – Status quo and Derivation of Optimisation Potentials), Heidelberg, 2014
Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier  alter Link

G. Reinhardt:
Die Bedeutung von Transporten für die Nachhaltigkeit von Lebensmitteln (Sustainability of food products: how relevant is transportation?). Proceedings of the summer academy “Nachhaltige Landwirtschaft – vom Leitbild zum konkreten Handeln (“Sustainable agriculture”), Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Ostritz, Germany, June 30 – July 3 2014. DBU (ed.), Osnabrück
Download via Website

M. Müller-Lindenlauf, G. Zipfel, N. Rettenmaier, S. Gärtner, J. Münch, D. Paulsch, G. Reinhardt:
CO2-Fußabdruck und weitere Umweltwirkungen von Gemüse aus Baden-Württemberg (Carbon footprint and further environmental impacts of vegetables from Baden-Württemberg). Heidelberg, 2013
Download (pdf 2 MB) alter Link

M. Müller-Lindenlauf, G. Zipfel, J. Münch, S. Gärtner, N. Rettenmaier, D. Paulsch, G. Reinhardt:
CO2-Fußabdruck und Umweltbilanz von Fleisch aus Baden-Württemberg (Carbon footprint and further environmental impacts of meat from Baden-Württemberg). Heidelberg, 2013
Download (pdf 892 KB)  alter Link

G. Reinhardt:
Klimafreundlichkeit von regionalen Produkten und Bio-Erzeugnissen auf dem Prüfstand (What’s about the carbon footprint of both, organic and regionally produced food?). Proceedings of the conference „Klimafaktor Landwirtschaft – Wege zu einer klimafreundlicheren Ernährung“, Bad Vilbel, 6 June 2013

F. Knappe, J. Reinhardt, A. Diebel:
Ideen für mögliche Maßnahmen zur Abfallvermeidung in Baden-Württemberg (Potential measures for waste prevention in Baden-Württemberg). Im Auftrag der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, 2013
Download via LUBW-Website

M. Müller-Lindenlauf, G. Zipfel, D. Paulsch, S. Gärtner, N. Rettenmaier, G. Reinhardt:
Nachhaltigkeitsbetrachtung für Rheinhessenwein – Treibhausgasbilanz für Wein aus Rheinhessen (Sustainability assessment for the Rheinhessenwein association – Greenhouse gas balance of wine from Rheinhessen). Heidelberg, 2012
Weitere Informatonen finden Sie hier … alter Link

M. Müller-Lindenlauf, G. Zipfel, D. Paulsch, S. Gärtner, N. Rettenmaier, G. Reinhardt:
Nachhaltigkeitsbetrachtung für Rheinhessenwein – Ableitung von Schlüsselindikatoren der Nachhaltigkeit für die Weinwirtschaft in Rheinhessen (Sustainability assessment for the Rheinhessenwein association – Deduction of key indicators for the sustainability of the wine industry in Rheinhessen). Heidelberg, 2012
Download (pdf 661 KB) alter Link

M. Müller-Lindenlauf, H. Keller, D. Paulsch, N. Rettenmaier, G. Reinhardt:
Ökologische Kenngrößen für Sauerkraut und Gurken der Firma Hengstenberg (Environmental parameters for sauerkraut and gherkins of the company Hengstenberg). Endbericht. Heidelberg, 2012

M. Müller-Lindenlauf, G. Zipfel, D. Paulsch, S. Gärtner, N. Rettenmaier, G. Reinhardt:
CO2-Fußabdruck und weitere Umweltwirkungen des Vertriebs von Gemüse aus Baden-Württemberg über die EDEKA-Südwest GmbH (Carbon footprint and further environmental impacts of the distribution of vegetables from Baden-Württemberg by EDEKA Südwest GmbH). Heidelberg, 2012

G. Reinhardt:
Ökologischer Fußabdruck von Gemüse (“Environmental footprint of vegetables”). Gartenbau-Beratertagung 2012, Reichenau, March 12-13, 2012

N. Rettenmaier, M. Müller-Lindenlauf, G. Zipfel, S. Gärtner, G. Reinhardt:
Nachhaltigkeitsindikatoren und Treibhausgasbilanz für Rheinhessenwein („Sustainability indicators and carbon greenhouse gas balance for Rheinhessenwein“). Nachhaltigkeitskongress für die Weinwirtschaft, Oppenheim, 14. Februar 2012

M. Müller-Lindenlauf:
Product Carbon Footprint: ein geeigneter Nachhaltigkeitsindikator für Lebensmittel? Ernährungsumschau 1/2012, S. 38-40

G. Reinhardt:
Ökologischer Fußabdruck im Gemüsebau (Ecological footprint for vegetable production). Expert symposium „Trends and innovations“. Heidelberg, Germany, November 16, 2011

M. Müller-Lindenlauf, S. Gärtner, S. Köppen, G. Reinhardt, G. Zipfel:
Übersichtsökobilanz für Pommes frites der Firma Wernsing (Screening life cycle assessment for french fries). Final report. Heidelberg, 2011

N. Rettenmaier:
Nachhaltigkeitsanforderungen des Lebensmittelhandels – Wie geeignet ist der CO2-Fußabdruck? (Sustainability requirements for the food trade sector – how suitable is the carbon footprint?). Tagung „Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ TLL Jena, 11. Mai 2011

N. Rettenmaier:
Ökobilanz von Brot – Großbäckereien und Handwerk im Vergleich (Life cycle assessment of bread – comparison of industrial and small scale production). Auftaktveranstaltung der VDB Nord „Zukunft Backen“, Parkhotel Luisenhöhe Walsrode, 27. November 2010

M. Müller-Lindenlauf, G. Reinhardt, S. Gärtner:
Ökologische Bewertung von Geflügelfleisch im Vergleich zu Schweine- und Rindfleisch in Deutschland. Endbericht. Heidelberg, 2010

S. Gärtner:
Klima & Co. auf Diät – welche Ökobilanz haben unsere Lebensmittel? (Climate & Co. on a diet – life cycle assessment results of our foods). Veranstaltung „Klimaschutz mit Messer und Gabel“, Goethe-Institut, Freiburg, 14. September 2010

N. Rettenmaier:
Regional – erste Wahl? Klimagasbilanzen ausgewählter Lebensmittel (Regional production – first choice? Carbon footprint of selected foods). YEMCo-Tagung (Young European Meat Committee), Stuttgart, 13. März 2010

M. Müller-Lindenlauf, G. Reinhardt:
Wie ökologisch sind regional erzeugte Lebensmittel? (Environmental assessment of regional food production) In: „Grüner Aufstieg“ (Magazin der Naturfreunde Baden-Württemberg), 2/2010, Nr. 2
Download (pdf) alter Link

N. Rettenmaier:
Ökobilanzen überraschen – Auswirkungen von Lebensmitteln auf das Klima (Life cycle assessments surprise – impacts of foods on the climate). 25. Frische Forum Fleisch „Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit“ (im Rahmen der Internationalen Grünen Woche), ICC Berlin, 15. Januar 2010

M. Müller-Lindenlauf, G. Reinhardt, N. Rettenmaier:
Gutachterliche Bewertung einer externen Umweltbilanzstudie für vier Valess-Produkte. Endbericht. Heidelberg, 2010

G. Reinhardt, S. Gärtner, J. Münch, S. Häfele:
Ökologische Optimierung regional erzeugter Lebensmittel: Energie- und Treibhausgasbilanzen (Ecological Optimization of Regionally Produced Food: Energy and Greenhouse Gas Balances). Commissioned by University of Rostock, supported by the Federal Ministry of Food, Agriculture and Consumer Protection, 2009
Weitere Informationen finden Sie hier  alter Link

A. Patyk:
Anwendung und Kommunikation des Kumulierten Energieverbrauchs (KEV) als praktikabler Entscheidungsindikator für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen hinsichtlich Reduzierung des Ressourcen- und Energieverbrauchs: Praxisbeispiel Brot. (Application and communication of the cumulative energy demand (CED) as a workable indicator for decisicion support for sustainable products and services concerning the reduction of resource and energy demand. Case study bread). Heidelberg, 2003

J. Braschkat, A. Patyk, M. Quirin, G. A. Reinhardt:
Life cycle assessment of bread production: A comparison of eight different scenarios. Proceedings, 4th International Conference on “Life Cycle Assessment in the Agrifood sector”, Horsens (DK), 6. – 8. October, 2003

A. Schorb, R. Kubiak, F. Schumann, et al.:
Ökobilanz: Beikrautbekämpfung im Weinbau (Life cycle assessment: weed control in vineyards). Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg Gmbh, Staatliche Lehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau, Heidelberg, Neustadt. Berlin: Köster, 1998

Kontakt:

Dr. Guido Reinhardt

Dr. rer. nat.
Tel.: +49 (0)6221 4767 31
E-Mail: guido.reinhardt@ifeu.de

Andreas Detzel

Dipl.-Biologe
Tel.: +49 (0)6221 4767 0
E-Mail: andreas.detzel@ifeu.de