Nachrichtenarchiv
"Verbot und Verzicht" - Gelungener Veranstaltungsauftakt TREFFPUNKT TRANSFORMATION mit Prof. Dr. Philipp Lepenies
„Tempolimit? Veggie-Day? Das ist doch pure Ökodiktatur!" – So klingen oft die Reflexe, wenn es um Klimaschutzmaßnahmen geht, die tatsächliche Veränderungen verlangen. Zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe “Treffpunkt Transformation - Zukunftswissen im ifeu”, begrüßten wir gestern Prof. Dr. Philipp Lepenies von der Freie Universität Berlin im ifeu Heidelberg. Darum geht es:
Experten warnen vor Rückschritten im Klimaschutz – klare Kritik an Landespolitik
Der Klima-Sachverständigenrat von Baden-Württemberg hat sich in seiner Pressekonferenz im Oktober 2025 erneut kritisch zur Klimapolitik der Landesregierung aus 2024 geäußert. In einem gemeinsamen Appell warnen die Mitglieder, darunter auch ifeu-Geschäftsführer Prof. Dr. Pehnt, eindringlich davor, dass wichtige Maßnahmen zum Erreichen der Klimaziele, oft zugunsten von politischen Debatten und Agenden der Landes- und Bundesregierung bundesweit, europa- und weltweit massiv vernachlässigt werden und in der Folge sektorenspezifisch sogar Rückschritte zu beobachten sind.
Guido Reinhardt und Landwirtschaftsminister Alois Rainer auf der Anuga 2025
Beim diesjährigen Marktgespräch „Organic on stage“ auf der Anuga, der weltgrößten Fachmesse für Lebensmittel in Köln, erläuterte Guido Reinhardt auf dem Podium die Positionen des ifeu-Instituts zur Ernährungswende. In seinem Eingangs-Statement zu Bio-Lebensmitteln bekräftigte Landwirtschaftsminister Alois Rainer, dass er die Ziele der nationalen „Bio-Strategie 2030“ der Vorgängerregierung weiter unterstützen wird. Diese besteht darin, bis zum Jahr 2030 einen Anteil von 30 % ökologischem Landbau und 30 % Bio-Lebensmittel auf dem Markt zu erreichen. Sein Hauptfokus wird dabei auf der Gemeinschaftsverpflegung liegen, so Minister Rainer.
Staffelübergabe in der Fachbereichsleitung
Nach einer erfolgreichen und prägenden Zeit übergibt Guido Reinhardt die Leitung des Fachbereichs Biomasse und Ernährung an Nils Rettenmaier. Wir wünschen beiden in ihren neuen Rollen viel Erfolg, Freude und gutes Gelingen!
Sozialimmobilien wichtiger Faktor zum Klimaschutz: Kölner Klima-Forum diskutiert energetische Zukunft
Prof. Dr. Martin Pehnt, Geschäftsführer vom ifeu Heidelberg, verwies beim 3. Kölner Klima-Forum für Wohlfahrt und Kirche auf die Anforderungen der EU-Gebäuderichtlinie, nach der bis 2033 besonders ineffiziente Nichtwohngebäude modernisiert werden müssen. Eine zielgerichtete Strategie für den Gebäudebestand der Wohlfahrtsträger sei dringend notwendig. Bei der Veranstaltung in Köln stand das bislang unterschätzte Klimaschutzpotenzial von Sozialimmobilien im Fokus. Einrichtungen wie Kitas, Pflegeheime, Kirchen oder Gemeindezentren könnten durch energetische Sanierungen und eigene Energieerzeugung ihren Energieverbrauch um bis zu 70 Prozent senken – ein Potenzial, das bislang weitgehend ungenutzt bleibt.
Optionen, Potenziale und Kosten strombasierter erneuerbarer Energieträger
Um die nationalen Klimaschutzziele zu erreichen, muss Deutschland seine Wirtschaft in den kommenden Jahrzehnten vollständig von fossilen Energien lösen – also eine moderne Industriegesellschaft ohne CO₂-Emissionen aufbauen. Ein wichtiger Baustein auf diesem Weg sind erneuerbare Energieträger, die aus Strom gewonnen werden, etwa in flüssiger oder gasförmiger Form. Sie können nicht nur als Energiequelle, sondern auch als klimafreundliche Grundstoffe für die chemische Industrie dienen. Im vom Umweltbundesamt beauftragten Projekt „Kriterien für eine nachhaltige Bereitstellung und klimagerechte Integration von strombasierten erneuerbaren Energieträgern“ , wurden verschiedene PtGLS-Optionen untersucht. Die Ergebnisse zur Kostenentwicklung (Germanwatch) und die Gegenüberstellung von Optionen und Potenzialen (ifeu) hat das Umweltbundesamt jetzt in zwei Berichten auf seiner Website veröffentlicht.
Zu komplex und unklar? Gestalten Sie die Zukunft der Treibhausgas-Berichterstattung im Verkehr
Sind die komplexen und sich teilweise widersprechenden Bilanzierungsmethoden für Treibhausgas (THG) - Emissionen im Verkehr für Sie ein Problem und fehlen Ihnen klare Bilanzierungsregeln, die für alle gelten? Dann nehmen Sie bis 1. September an unserer Umfrage teil und helfen uns bei der Entwicklung einer zuverlässigen Methodik für die Berichterstattung von THG-Emissionen im Personen- und Güterverkehr. Wir bitten alle Personen mit Hintergrund in der Klimabilanzierung, Kraftstoff- und Strombereitstellung sowie der THG-Bilanzierung von Transportprozessen (Praktiker, politische Entscheidungsträger, Forscher und Branchenführer), sich an der Umfrage zu beteiligen.
Wärmeatlas Deutschland nun in Version 4.0 verfügbar
Die bundesweit einheitlich berechneten und bewährten, gebäudescharfen Wärmebedarfsdaten des Wärmeatlas Deutschland sind ab sofort in Version 4.0 verfügbar. Neben dem aktuellen Bestand an Wohn- und Nichtwohngebäuden aus den amtlichen 3D-Gebäudemodellen sind auch Informationen aus dem aktuellen Zensus 2022 in die verbesserte Berechnung der Wärmebedarfswerte eingeflossen. Der Wärmeatlas Deutschland 4.0 bietet somit eine optimale und flächendeckende Datengrundlage für kommunale Wärmeplanungen, Wärmeversorgungskonzepte, Trafoplanungen und Potenzialanalysen.
Projekt „Dein.Klima“: Schulen ausgezeichnet für aktiven Klimaschutz im Schulalltag
Knapp 20 Schulen aus dem Rhein-Neckar-Kreis betreiben seit über drei Jahren gezielt Klimaschutz, indem sie verschiedene Maßnahmen zu Energieeinsparung und Klimaschutz in ihren Schulgebäuden umsetzen. Als Unterstützung erhalten sie Prämien aus ihren Kommunen. Am Montag fand die alljährliche Verleihung der Prämienurkunden im ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg statt. Dabei zeigte sich die Sonne zwar spärlich, aber das Meer der überreichten Sonnenblumen überstrahlte die Wolken. Gefeiert wurde auch die erfolgreiche Weiterführung des Projekts, das anfangs von der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) gefördert wurde. Seit Februar dieses Jahres unterstützt der Rhein-Neckar-Kreis zusammen mit den beteiligten Kommunen das Projekt finanziell für mindestens die nächsten drei Jahre. Die Kommunen profitieren von den Einsparungen an den Schulgebäuden und finanzieren jährlich die Geldprämie.